Direktorin Frauke von der Haar verlässt das Focke-Museum

Wechsel nach München

Direktorin Frauke von der Haar verlässt das Focke-Museum und geht nach München. Foto: LUTHER/FOCKE-MUSEUM

Bremen – Das ist ein Verlust für Bremens Museumslandschaft: Dr. Frauke von der Haar, Direktorin des Focke-Museums in Schwachhausen, verlässt die Stadt. Sie übernimmt Anfang 2020 die Leitung des Münchner Stadtmuseums.

„Ich gratuliere ihr sehr zu diesem Karrieresprung“, sagte Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz am Montag. „Wir können stolz sein, dass eine von uns geschätzte Museumsdirektorin aus Bremen an dieses renommierte Haus wechselt und uns dort eine gute Botschafterin sein wird.“

In Bremen aber bleibt eine Lücke. Die Kulturwissenschaftlerin von der Haar war im April 2008 (aus Bayern) an das Focke-Museum gekommen. Seither hat sie dem Haus behutsam, aber beharrlich neue Impulse gegeben – so beispielsweise mit dem Blick auf das Thema Zuwanderung und Arbeitsmigration im Zusammenhang mit der Geschichte Bremens.

„Die Jetztzeit ist Anknüpfungspunkt auch für ein Museum“, hatte von der Haar schon kurze Zeit nach ihrem Amtsantritt betont. Es gehe darum, das Publikum „neugierig“ zu machen. Und ein Weg dahin sei es, die Menschen „über vertraute Dinge“ anzusprechen. Was nach 1945 kam, fehlte der Direktorin in ihrem Museum. „Es ist wünschenswert, wenn man das in einem Landesmuseum auch abdecken kann, sagte sie damals.

„Das Haus hat in Frauke von der Haars Amtszeit vielfältige Aspekte bremischer Geschichte informativ und ansprechend aufbereitet und darüber hinaus Themen aufgegriffen, etwa mit der Manieren-Ausstellung, die von allgemeinem Interesse waren“, sagte Staatsrätin Emigholz.

Und: „Unter ihrer Leitung hat das Team des Focke-Museums mit anspruchsvollen Projekten wie beispielsweise ‚Graben für Germanien‘ regelmäßig Ausstellungen realisiert, die nicht nur für viele Bremer interessant waren, sondern auch bundesweit Beachtung fanden.“

Das wird in Zeiten knapper Kassen gern gesehen. Zu den erfolgreichen Ausstellungen in von der Haars Amtszeit gehören unter anderem „Bremen 1945 bis 2010 – So viel Wandel war nie“ und „Protest und Neuanfang. Bremen nach ‘68“. Die in Kooperation mit Radio Bremen kuratierte interaktive Ausstellung „Oh yeah! Popmusik in Deutschland“ ist in fünf Städten zu sehen gewesen.

Unter der Leitung von Frauke von der Haar wurde der Eichenhof auf dem Areal des Museums an der Schwachhauser Heerstraße 240 saniert und neu eingerichtet.

Das Focke-Museum erarbeitete – mit Unterstützung des Freundeskreises – außerdem einen Masterplan für die Umgestaltung des Hauses, der eine Vergrößerung der Ausstellungsfläche und die Überarbeitung der Dauerausstellung vorsieht. Dafür wurden bereits Bundesmittel eingeworben – das Feld ist also bestellt, bevor die Bremer Museumsdirektorin nun zu den Bayern geht.

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