Präsident plädiert für sanften Übergang

Weber auf Kuschelkurs

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Hier kuschelt Bürgerschaftspräsident Christian Weber mit einem festlichen Getränk.

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Rituale: Früher – ja, früher, da gab es von Politikern zu hohen Feiertagen und besonderen Anlässen wie Jahreswechseln feierliche und staatstragende Ansprachen. Und mahnende Worte. Und heute?

Kuscheln ist das Thema, das Bürgerschaftspräsident Christian Weber zum Jahreswechsel beschäftigt. So sehr, dass uns die E-Mail mit seinen – nicht staatstragenden, aber ja immerhin durchaus tatsächlich auch mahnenden Worten – gleich mehrfach erreichte. Das hat uns deutlich gemacht, wie sehr dem Präsidenten die Sache am Herzen liegt. Eine Herzensangelegenheit eben.

Der Sozialdemokrat, so heißt es, wünscht den Bremern „und ihren Gästen“ alles Gute für 2014. „Mögen Sie gesund und munter und mit gutem Gewissen ins neue Jahr starten“, betont er in seiner Botschaft und erinnert einmal mehr daran, dass Silvesterknallerei, insbesondere mit Raketen, auf dem Bremer Marktplatz verboten ist. Weber: „Verzichten Sie darauf aus Liebe zu unseren historischen Bauten und unserem Weltkulturerbe.“

Keine Knaller – und was dann? Jetzt kommt‘s. Kuscheln! Das ist Webers Rat für den sanften Übergang ins neue Jahr. „Feiern mit Bedacht, Vorsätze schmieden, über ‚Dinner for One‘ lachen oder zusammen kuscheln – Besseres als Böllerei gibt es überall“, so der Parlamentspräsident. Ein Politiker auf Kuschelkurs. 2014 kann kommen.

„Deutsch-französische Woche“ im Institut

· Kultur: 2014 – wie soll man es begrüßen? Am Institut Français (Contrescarpe) wird nicht gekuschelt, sondern ein Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Einmal mehr beginnt ein neues Jahr dort mit einer „Deutsch-französischen Woche“. Sie dauert vom 19. bis zum 24. Januar.

Zum Auftakt gibt es am Sonntag, 19. Januar, einen „Tag der offenen Tür“, der von 11 bis 18 Uhr dauert und stilecht mit einem französischen Frühstück beginnt – mit Baguette und Croissants also. Die Organisatoren bitten um Anmeldung unter der Nummer 0421/339 44 13.

„Um 13 Uhr eröffnen wir die multimediale Ausstellung ‚Rien que du vent‘ des französischen Videokünstlers Jean-François Guiton“, heißt es in einer Ankündigung. Eine offizielle Eröffnung des „Tags der offenen Tür“ folgt um 14 Uhr. Es sprechen: Dr. Nadège Le Lan, Direktorin des Institut Français, und Kursleiterin Véronique Addario. Medienkünstler Guiton, Professor für Neue Medien an der Hochschule für Künste in Bremen, zeigt seine Ausstellung „Rien que du vent“ übrigens bis zum 28. März.

Zum Programm der „Deutsch-französischen Woche“ gehört auch ein Bastel-, Spiel- und Crêpes-Nachmittag für Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren (Dienstag, 21. Januar, 15 bis 17 Uhr). Am Donnerstag, 23. Januar, folgt eine zweisprachige Lesung mit dem 1972 geborenen französischen Schriftsteller Mathias Énard (Beginn: 19 Uhr).

Mit „Rue des voleurs“ („Straße der Diebe“) habe Énard einen „höchst mitreißenden Roman an der Schnittstelle zwischen Orient und Okzident“ vorgelegt, heißt es in einer Ankündigung der Lesung. Und: „In geradezu atemlosem Rhythmus folgt man dem jungen Marokkaner Lakhdar von Tanger über Algeciras nach Barcelona, geradewegs in die Carrer Robadors, ‚die Straße der Diebe, Nutten und Junkies‘.“

Gerd Spiekermann

und Ingrid Steeger

· Autoren: Organisator Lo thar Pohlmann vom Landesbetriebssportverband Bremen setzt seine Reihe „Poesie im Bremer Ratskeller“ auch im neuen Jahr fort. Am Sonntag, 12. Januar, erwartet er dort den Plattdeutsch-Autor Gerd Spiekermann. Ab 11 Uhr präsentiert Spiekermann ein Programm mit dem vielversprechenden Namen „Ick pack ut“.

Spiekermann wurde 1952 in Ovelgönne in der Wesermarsch geboren. Er studierte Romanistik und Politologie in Marburg und Rennes (Frankreich), absolvierte ein Referendariat in Wilhelmshaven und leistete anschließend Zivildienst in einer Hamburger Werkstatt für psychisch Kranke. Seit 1985 arbeitet er als Redakteur für Niederdeutsch beim NDR. Seit 1988 ist er Autor und Sprecher der Reihe „Hör mal ’n beten to“. Spiekermann ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Hamburg. Für seine Erzählungen wurde er mehrmals ausgezeichnet – so erhielt er im Jahr 2000 in Bremen den „Heinrich-Schmidt-Barrien-Preis für niederdeutsche Sprache“.

Am Sonntag, 9. Februar, erwartet Pohlmann im Ratskeller dann die Schauspielerin Ingrid Steeger. Sie liest aus ihrer Autobiographie, die jüngst erschien (wir berichteten).

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