Weber kritisiert Verlegung nach Hamburg

„Zart und salzig“: Matjes-Premiere

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Der neue Matjes – hier noch im Fass.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Er ist zart und salzig!“ So hat Bürgerschaftspräsident Christian Weber gestern den Matjes der neuen Saison gepriesen. Der Sozialdemokrat hatte vor der Premiere am Weserufer extra nicht gefrühstückt. „Wenn ich noch Matjes essen muss, mache ich das vorher nicht“, offenbarte er auf Nachfrage.

Wie berichtet, war die offizielle Matjes-Saisoneröffnung des holländischen Fischbüros von Bremen nach Hamburg verlegt (und dort am Tag vor dem Bremer Termin gefeiert) worden. Unverdrossen aber feiern die Bremer ihr Matjesfest weiter!

Präsident spricht von

einer „dummen Idee“

Und Präsident Weber verurteilte die Verlegung an die Elbe mit scharfen Worten. „Ich weiß gar nicht, wer auf die dumme Idee kommt, nach Hamburg zu fahren, um dort die Matjes-Saison zu eröffnen. Wenn die Hamburger schon im Fußball nichts hinkriegen, wollen sie uns die Matjes-Eröffnung wegnehmen. Das geht gar nicht.“

In Bremen ist die Matjes-Premiere nach wie vor ein kleines Volksfest. Aus dem alten Loggerhafen Vegesack war sie am Morgen per Schiff zum Martinianleger gekommen, die Flotte der traditionellen (und nunmehr 32.) „Tour de Matjes“. Etliche Schaulustige standen schon bereit, um den Fortgang des Spektakels zu verfolgen. Sie sahen, wie die Fässer an Land gebracht und schließlich zur Bühne gerollt wurden.

Die Bühne stand dieses Mal nicht auf dem Domshof, sondern an der Teerhofbrücke. Rundherum war an der Schlachte ein kleiner Matjes-Markt aufgebaut. Die Seenotretter waren dabei, der Ratskeller und – natürlich – Fischstände. Was denn sonst.

Der Schifferchor Rekum sang: „Lieber kleiner Steuermann, fahr mit mir aufs Meer hinaus.“ Mädchen und Jungen aus dem Vegesacker Kindergarten „Jaburg“, traditionell mit von der Partie, sangen ebenfalls: „Wir essen keinen Käse, wir mögen keinen Speck, wir wollen lieber Matjes, da hauen wir alles weg.“

Dann schritt „Matjes-Hermann“ (Fischhändler Hermann Kopp) zur Tat. Er öffnete das erste Fass, zog den ersten der tropfenden Fische heraus und bereitete ihn mit – wie Weber anerkennend anmerkte – geübten Handgriffen genussfertig vor. Alles unter den Augen von Bremens „Fisch-Papst“ Peter Koch-Bodes, Vorsitzender des Förderkreises des Bremer Fischfachhandels, wie es in voller Schönheit heißt.

Kopf leicht in den Nacken legen, Augen genussvoll schließen, Matjes in den Mund gleiten lassen – Weber ist seit 15 Jahren bei der Matjes-Premiere dabei, er beherrscht das Ritual. Und so konnte er auch gestern der wartenden Menge zurufen, wie er denn schmeckt, der neue Matjes.

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