Wasserbehörde erlässt Planfeststellungsbeschluss für Schwerlasthafen

Grünes Licht für Bau des OTB

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Windkraftanlagen-Elemente wie diese Tripoden sollen in Zukunft am Offshore-Terminal Bremerhaven verladen werden.

Bremen - Von Jörg Esser. Es geht los. Das Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) darf gebaut werden. Und zwar sofort. Die beim Umweltsenator angesiedelte Obere Wasserbehörde hat gestern den mehr als 250-seitigen Planfeststellungsbeschluss „mit sofortiger Vollziehbarkeit“ erlassen und damit grünes Licht für den 180 Millionen Euro teuren Neubau des Schwerlasthafens am Blexer Bogen gegeben.

Mit den ersten vorbereitenden Baumaßnahmen sei bereits begonnen worden, sagte gestern Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Im Laufe des Dezembers werden die Aufträge für das Bauhauptwerk vergeben.

Günthner bezeichnete den Baubeginn als „weiteren Schub für Offshore“. Das sei am Tag des Beginns des Weltklimagipfels in Paris ein „gutes Signal aus Bremen“, sagte Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne). Das Terminal an der Weser soll Bremerhaven mittelfristig mehrere tausend neue Arbeitsplätze bescheren, hieß es.

Kritiker monieren, dass Bremen zu spät dran sei und es für das Terminal keinen ausreichenden Bedarf mehr gebe. Das finanzielle Risiko sei zu groß, heißt es. Der Wirtschaftssenator sieht das anders. Der Planfeststellungsbeschluss sei im Dezember 2012 beantragt worden. Seither habe die Offshore-Branche diverse Höhen und Tiefen erlebt. Das Land Bremen habe aber mit seinen Hafenplänen „immer Kurs gehalten“. Für Günthner steht fest: „Das OTB ist ein zentrales Zukunftsprojekt für die Branche und die Energiewende.“ Der Bau sei eines „der komplexesten Planvorhaben in der Geschichte des Landes Bremen“, so Günthner. „Das OTB wird für Generationen gebaut.“

Die Hafenmanagementgesellschaft Bremenports hat begonnen, Baustellen und Baustraßen einzurichten. Mit dem Baubeginn ist laut Wirtschafts- und Umweltressort auch die im Februar verfügte Schließung des Flugplatzes erfolgt. Den bisherigen Nutzern bleibt noch eine dreimonatige „Ausflugzeit“, um ihre Maschinen an andere Standorte zu verlegen. Das OTB soll die „bestmögliche Infrastruktur für Windenergie-Unternehmen bieten“, sagte Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD). Der Schwerlasthafen soll später über eine Kajenlänge von 500 Metern und eine direkt angeschlossene Logistikfläche von 25 Hektar verfügen. Umgeschlagen werden sollen Offshore-Komponenten mit einem Gewicht von mehreren hundert Tonnen und Rotorblätter mit einer Länge von mehr als 60 Metern. Betreiber des OTB wird die BLG Logistics Group. Der Vertrag sei ausverhandelt, so Günthner. Er soll kurzfristig unterzeichnet werden. Laut Grantz wird die Inbetriebnahme für 2019/20 anvisiert.

Womöglich machen Naturschutzverbände dem rot-grünen Senat einen Strich durch die Rechnung. Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) will spätestens morgen entscheiden, ob er gegen den Bau klagt. Die Umweltschützer kritisieren, dass mit dem Terminal ein wichtiges Vogelbrut- und Rastgebiet zerstört wird. Lohse sagt, Bremen habe bereits Kompensationsmaßnahmen veranlasst und unter anderem eine Säbelschnäblerkolonie umgesiedelt.

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