Neues Buch erzählt die Geschichte der Bremer Hilfsorganisation Borda

Wasser und Hygiene

„Wasser für alle“: Hartmut Roder mit Borda-Buch vor dem Übersee-Museum.
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„Wasser für alle“: Hartmut Roder mit Borda-Buch vor dem Übersee-Museum.

Bremen – Zugang zu hygienisch einwandfreiem Wasser, dazu eine nachhaltige Abwasserentsorgung – um Projekte wie diese kümmert sich die Bremer Nichtregierungsorganisation Borda in mehr als 20 Ländern in fünf Regionen der Erde. Borda – kurz für „Bremen Overseas Research and Development Association“ ist für den Historiker Dr. Hartmut Roder ein „Hidden Champion“ aus der Hansestadt.

Roder hat jetzt ein Buch über die ersten vier Borda-Jahrzehnte herausgegeben. Der 136-seitige Band ist Teil der „Tendenzen“-Reihe des Übersee-Museums und erscheint im Verlag Edition Falkenberg (Preis: 15,80 Euro).

Übersee-Museum – das passt in gleich mehrfacher Hinsicht zu Borda. Herausgeber Roder war lange Zeit Leiter der Handelskunde-Abteilung des Museums. Seit 2017 engagiert er sich bei Borda. Der Verein wiederum ist in den 70er Jahren von engagierten Bremern im Übersee-Museum gegründet worden – und hatte dort lange auch sein Büro (bis 1998, um genau zu sein).

Bremer Organisation Borda will auch Spenden sammeln

In dem Buch mit dem programmatischen Titel „40 Jahre Borda – Wasser, Hygiene und Wohnen für alle!“ geht es natürlich um die Borda-Geschichte, aber auch um die Herausforderungen der Gegenwart. Warum überhaupt so ein Buch? Roder: „Erstes Ziel ist es, Borda weiter bekannt zu machen.“ Denn die Bremer Organisation ist in vielen Ländern der Erde ein Begriff, in Bremen wiederum vielen aber eben nicht.

Die Borda-Projekte finanzieren sich aus Töpfen von Bundesministerien – in der Regel projektbezogen. Borda möchte aber nicht allein eine reine Zuwendungsorganisation sein, sondern auch eine Spendenorganisation werden, so Roder.

Etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt der „Hidden Champion“ aus Bremen weltweit. Es sollen noch mehr werden, um die Arbeit zu verstetigen und auszubauen. All das war undenkbar, als Borda in den 70ern gegründet wurde.

Bremer Organisation Borda: „Eigenverantwortung stärken“

Damals galten noch die Prinzipien der klassischen Entwicklungshilfe. Borda setzte aber auch früh auf Hilfe zur Selbsthilfe. Heute ist das der Standard. „Hilfe vor Ort leisten und die Eigenverantwortung stärken“, so beschreibt es Roder. „Der schönste Moment für uns ist, wenn wir uns zurückziehen können und die Leute vor Ort allein weitermachen. Wir fordern das auch.“ Borda-Projektkoordinator Dr. Abdurasul Kayumov formuliert es so: „Wir bieten Pakete von Lösungen, bei denen es immer auch um Konzepte geht, nicht um Technologie allein.“

Mit Biogas-Projekten fing es einst an – aus organischen Abfällen Biogas produzieren, um (etwa in Indien) Wälder zu schützen. Roder: „Das nächste Projekt war Slum-Sanierung – auch in Indien, in der Nähe von Pune, der Partnerstadt Bremens.“

UN-Nachhaltigkeitsziele bringen Borda Aufschwung

Dann kam das Thema Wasser, Wasserversorgung, Abwasserentsorgung. Es wurden „Dörfer in Indien, Vietnam, China“ mit einer Borda-Entwicklung bewässert – mit dem „Hydraulischen Widder“, einer speziellen Pumpe. Wasser, Sanitärversorgung, Hygiene – das sind die großen Borda-Themen geworden. Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist deren Bedeutung gewachsen, mit Blick auf die Corona-Pandemie einmal mehr. „Es ist das Gebot der Stunde, Sanitärlösungen und Hygienemaßnahmen anzubieten“, sagt Roder. Einen starken Aufschwung habe Borda auch durch die UN-Nachhaltigkeitsziele – der 2015 verabschiedeten „Agenda 2030“ – genommen. „Da sind Sanitärlösungen für alle zum internationalen Gesetz erklärt worden und nicht mehr nur eine Forderung gewesen.“

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