Gesundheitsressort will keine Verlängerung

Was wird aus den Affenversuchen an der Bremer Uni?

Hier im Cognium der Universität Bremen befassen sich der Neurobiologe Prof. Andreas Kreiter und sein Team mit Hirnforschung. Dafür werden auch Makakenaffen eingesetzt.
+
Hier im Cognium der Universität Bremen befassen sich der Neurobiologe Prof. Andreas Kreiter und sein Team mit Hirnforschung. Dafür werden auch Makakenaffen eingesetzt.

Was wird aus den Affenversuchen im Rahmen der Hirnforschung an der Bremer Uni? Nun, die Entscheidung über die Verlängerung der Versuche von Prof. Andreas Kreiter und seinem Team wird – wie beim vergangenen Mal – ein Gericht treffen.

Bremen - Die dreijährige Erlaubnis zu Affenversuchen im Zuge der Hirnforschung an der Bremer Uni läuft Ende November aus. Weder bei der rot-grünen Regierung noch jetzt bei Rot-Grün-Rot hat der Neurobiologe Prof. Andreas Kreiter Unterstützung, die Skepsis gegenüber seiner Arbeit mit Affen ist groß. Der 58-Jährige setzt seit 1997 bei seiner Hirnforschung Makakenaffen ein. Seit Jahren sieht er sich heftiger Kritik und persönlichen Angriffen ausgesetzt. Der Bremer Tierschutzverein wirft ihm „qualvolle Versuche“ vor und fordert tierversuchsfreie Alternativen. Auch der Verein „Ärzte gegen Tierversuche“ verlangt ein Ende der Hirnforschung an Affen.

Menschen mit neurologischen Erkrankungen setzten Hoffnungen in die Forschung

Menschen mit neurologischen Erkrankungen wie Parkinson und Alzheimer hingegen setzen große Hoffnung in die Forschung. Vor drei Jahren war der Fall vor dem Bundesverwaltungsgericht gelandet, das hatte zugunsten Kreiters entschieden. Der Wissenschaftler hält die Tierversuche für unverzichtbar, um „ein in Funktion befindliches Gehirn zu beobachten“ und es verstehen zu lernen, wie er in einem Interview mit Radio Bremen sagte. Das könne man nicht in einer Kulturschale und nicht am Computer machen. Am Ende eines Experiments werde der Affe eingeschläfert, histologische Untersuchungen folgten. In dem Interview sagte Kreiter außerdem, der Bedarf von Versuchstieren an der Uni liege bei „weit unter einem Tier pro Jahr und Projekt“.

Das Gesundheitsressort muss nun wegen des Auslaufens der befristeten Genehmigung erneut über eine Verlängerung der Versuche entscheiden, hat es aber noch nicht, wenn auch kommuniziert wurde, dass Senatorin Claudia Bernhard (Linke) keine Fortsetzung möchte. Sie führt Tierschutz und alternative Methoden bei der Hirnforschung an.

Neurobiologe Kreiter und die Universität hatten sich mit Blick auf das Auslaufen der Genehmigung vorsorglich mit einem Eilantrag an das Verwaltungsgericht gewandt. Am Mittwoch debattierte die Bürgerschaft über das Thema. Dabei wurde bekannt, dass zwar der Originalantrag bisher nicht entscheiden ist, aber inzwischen beim Gericht die Ablehnung der Behörde hinterlegt ist.

Bremische Bürgerschaft lehnt Affenversuche ab

In der Bürgerschaftsdebatte lehnte die Mehrheit die Verlängerung der Affenversuche ab. Die FDP enthielt sich. Magnus Buhlert (FDP) meldete Zweifel an, ob das Parlament die Expertise habe, den konkreten Fall einzuschätzen. Es sei immer eine schwere Abwägung von rechtlichen, ethischen und wissenschaftlichen Belangen. Irritierend sei es für ihn, wenn Menschen emotional gegen diese Versuche argumentierten und gleichzeitig Billigfleisch aus Massentierhaltung kauften.

Die Bremer Uni nahm den Beschluss der Bürgerschaft „zur Kenntnis“. Nun werde das Verwaltungsgericht die Sache prüfen, sagte eine Sprecherin am Nachmittag auf Nachfrage.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Polizei Bremen schließt Bars und Discos

Polizei Bremen schließt Bars und Discos

Polizei Bremen schließt Bars und Discos
Bremen wechselt in den Lockdown für Ungeimpfte

Bremen wechselt in den Lockdown für Ungeimpfte

Bremen wechselt in den Lockdown für Ungeimpfte
Corona-Regeln Bremerhaven: Warnstufe 2 und 2G-Regel auf dem Weihnachtsmarkt

Corona-Regeln Bremerhaven: Warnstufe 2 und 2G-Regel auf dem Weihnachtsmarkt

Corona-Regeln Bremerhaven: Warnstufe 2 und 2G-Regel auf dem Weihnachtsmarkt
Bremen boostert: Brill-Impfzentrum in der City öffnet nächste Woche

Bremen boostert: Brill-Impfzentrum in der City öffnet nächste Woche

Bremen boostert: Brill-Impfzentrum in der City öffnet nächste Woche

Kommentare