Sportmedizinabteilung öffnet im Oktober

Paracelsus-Klinik bald auch im Weserstadion: Wartezimmer mit Werder-Blick

Der Hingucker der neuen Sportmedizinabteilung der Paracelsus-Klinik im Bremer Weserstadion: Aus dem Wartezimmer schauen die Patienten direkt ins Herz von Werder Bremen – ins Weserstadion. Leiter der Abteilung ist Dr. Alberto Schek
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Der Hingucker der neuen Sportmedizinabteilung der Paracelsus-Klinik im Bremer Weserstadion: Aus dem Wartezimmer schauen die Patienten direkt ins Herz von Werder Bremen – ins Weserstadion. Leiter der Abteilung ist Dr. Alberto Schek.
  • Elisabeth Gnuschke
    vonElisabeth Gnuschke
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Bremen – Diesen Ausblick bietet keine andere Praxis: Aus dem Wartezimmer schauen die Patienten des neuen Fachbereichs Sportmedizin und Prävention der Paracelsus-Klinik direkt ins Herz von Werder Bremen – ins Weserstadion. Die ersten Patienten werden die Aussicht ab Oktober genießen können. Geplant ist eine Rundum-Betreuung von Sportlern, die nach Angaben der Klinik in der Nordwestregion bislang einmalig ist. Die Investition dafür liegt im „höheren einstelligen Millionenbereich“.

Bremens coolste Praxis entsteht zur Zeit im Turm 3 des Weserstadions. Im Treppenhaus geht es vorbei an Plakaten von Yuya Osako und anderen Werdergrößen. Die vierte Etage ist entkernt, hier entsteht der Röntgenbereich mit Behandlungs- und Befundungsräumen, wie Dr. Alberto Schek beim Rundgang erzählt. Er ist seit Juli der neue Chefarzt der Sportmedizin, berichtet deichstube.de*. Der 38-Jährige mit spanischer Mutter und deutschem Vater ist in Chile geboren und aufgewachsen. Zweisprachig, so wie jetzt Scheks Töchter (2 und 5). Nach dem Abi studierte er in Düsseldorf Medizin. Schek ist promovierter Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Das Weserstadion kennt der Mann, der seit Kindesbeinen an Sportler ist (lange spielte er hochklassig Hockey, in Chile und in Deutschland), gut: Von 2015 bis 2017 betreute er gemeinsam mit Philipp Heitmann Werder als Mannschaftsarzt. Dann lockte ihn das Angebot, ein Endoprothetik-Zentrum in der Klinik Am Urban aufzubauen, nach Berlin. Er war medizinischer Leiter der Fußballakademie von Hertha BSC. Das neue Therapie- und Rehazentrum für den Kickernachwuchs war im März gerade fertig, als das Angebot der Paracelsus-Klinik aus Bremen kam. „Sportmedizin, das ist eine Herzensangelegenheit von mir“, erzählt der 38-Jährige mit einem Strahlen. Schon als Schüler war das sein Wunschtraum.

Modernes MRT-Gerät in Paracelsus-Klinik im Weserstadion

Ins Leben gerufen hatte die Klinik die neue Abteilung Anfang des Jahres unter Sportmediziner Dr. Sanjay Weber-Spickschen, der sich nun wieder anderen Projekten widmen wollte. Alberto Schek brauchte nicht lange zu überlegen: Sportmedizin, Bremen, Werder – für ihn das „perfekte Angebot“.

Der Paraceslus-Wartebereich im Weserstadion liegt direkt an der Fensterfront zum Innenraum der Fußball-Arena.

Und nun, im Juli, steht er auf der Baustelle in der vierten Etage des Weserstadions und zeigt auf die Außenfenster zum Osterdeich. „Sie müssen aufgebrochen werden, wenn im September das tonnenschwere MRT angeliefert wird. Es wird mit dem Kran hochgehievt“, erzählt Schek, der auch Mannschaftsarzt des deutschen Hockey-Bundes war und Erfahrung in Manueller Medizin, ärztlicher Osteopathie sowie Sportosteopathie und Akupunktur vorweisen kann. Das MRT wird laut Schek das leistungsstärkste Gerät sein, das momentan am Markt ist. Kosten: um die eine Million Euro. Die Magnetresonanztomographie (MRT) liefert hochauflösende Bilder zur Diagnostik, in Bremen gibt es nur eine Handvoll dieser Geräte.

Es geht ein Stockwerk höher. Durch die große Fensterfront rechts fällt der Blick direkt ins Stadion, auf die Ostkurve, den sattgrünen Rasen. Es ist die Aussicht aus dem künftigen Wartezimmer. Öffnet man die Fenster, dann heißt es: Warten auf zwölf Logenplätzen mit Blick aufs Werder-Grün. Bei Werder-Spielen wird der Wartebereich dank mobiler Wände schnell wieder zur reinen Loge. Auf dieser Etage werden zudem sechs Untersuchungsräume gebaut. Der große Balkon bekommt einen Sportboden, der Kurse möglich macht.

Paracelsus-Team im Weserstadion verfolgt ganzheitlichen Ansatz

Die Kooperation von Werder Bremen und der Paracelsus-Klinik begann zur Saison 2019/20 und damit auch die Planungen für eine eigene Abteilung Sportmedizin und Prävention. Zum Jahreswechsel wurde es konkreter, die Klinik mietete Loge und 500 Quadratmeter Fläche in Turm 3 auf zwei Etagen, um das ganzheitliche Konzept zu verwirklichen.

Ob Werder-Kicker (die Profis betreut Paracelsus-Arzt Dr. Daniel Hellermann), Breitensportler oder bewegungsfreudige Menschen – sie spricht die neue Sportmedizin-Abteilung an, ob kassenärztlich oder privat versichert. „Profimedizin für alle“, betont Schek. Termine können direkt mit der Sportmedizin vereinbart werden (ohne Überweisung vom Hausarzt).

Entscheidend an der für den nordwestdeutschen Raum einmaligen Einrichtung ist für Alberto Schek der ganzheitliche Ansatz. Ein interdisziplinäres Team aus Allgemeinmedizin, Sportwissenschaft, Kardiologie, Neurologie, Athletik, Prävention, Ernährungsberatung und Radiologie kümmert sich um Patienten. Denn, so Schek, es kann durchaus sein, dass ein Sportler mit Knieproblemen kommt und die Ursache eine Borreliose ist. Mit Dr. Lena Kluge (38) ist eine Sportpsychologin im Einsatz. Sie wird nicht nur in Fallarbeit eingebunden, sondern auch in die so wichtige Prävention. Hier sucht die Sportmedizin Kontakt zu Betrieben und Vereinen. Außerdem im Portfolio: Sporttauglichkeitsuntersuchungen.

Digitale Akte und kostenlose Parkplätze

Notwendige OPs werden nicht am Osterdeich, sondern in der Paracelsus-Klinik in der Vahr durchgeführt. Physio und Reha gibt es zwar in den neuen Räumen, aber es werden gerade weitere Möglichkeiten ausgelotet, wie es heißt. Übrigens, die Papierakte hat bei Schek und seinem etwa 15-köpfigen Team ausgedient. Innerhalb des Paracelsus-Konzerns wird die Bremer Sportmedizin zum Pilotprojekt – als digitale Praxis. Statt Akten gibt es Tablets und Monitore.

Öffnet im Oktober die Abteilung im Weserstadion, bieten sich geradezu paradiesische Verhältnisse für Autofahrer: Es gibt Hunderte von Parkplätzen – und das ganz kostenlos. Sportmedizin-Termine können unter Telefon 0421/4345-92078 vereinbart werden. Schek bietet montags (8 bis 16 Uhr) und mittwochs (8 bis 14 Uhr) Sprechstunden an. -- *deichstube.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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