Ware schwebt in der Kiste

Logistiker „Thimm Packaging Systems“ auf Erfolgskurs

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Handarbeit bei der Konfektionierung: Die Stütz- und Schutzelemente werden auf Karton geklebt.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Der dunkle Schaumstoff ist eine Freude für die Fingerkuppen: Samtweich fühlt er sich an, entwickelt für den Transport empfindlicher Teile mit einer lackierten Oberfläche.

Bei der Bremer Niederlassung von „Thimm Packaging Systems“ ist der Transport wertvoller Ware Alltag. Seit 2013 hat das in Northeim ansässige Unternehmen einen Standort im Güterverkehrszentrum (GVZ). Das Geschäft läuft, weiteres Wachstum steht an. Neue Jobs entstehen.

Das Werk ist spezialisiert auf Verpackungssysteme aus Multimaterialien für den Vertrieb und die Kommissionierung verschiedener Güter, von komplexen Automobilteilen über sensible Elektronik bis hin zu kleinteiligem Zubehör. Die Bremer entwickeln nach den Wünschen der Kunden „eine sichere und wirtschaftliche Lösung“. 80 Mitarbeiter arbeiten auf 20.000  Quadratmetern. Noch in diesem Jahr sollen es über 100, mittelfristig 200 sein.

Bremen als Standort gelobt

Werkleiter Jörg Struß lobt Bremen: „Es ist ein guter Standort. Wir wollten nah bei unseren Kunden sein. Der Jade-Weser-Port und auch Hamburg und Bremerhaven mit ihren Häfen sind gut erreichbar.“ Leiharbeiter würden zumeist in ein Angestelltenverhältnis übernommen.

Struß hebt eine Matte aus Schaumstoff an. Sie ist schwarz und ihre Oberfläche fühlt sich normal an. Doch auch dieser Werkstoff hat etwas Besonderes. Der Schaumstoff ist leitfähig. So kommen elektrische Ladungen von der Ware weg. Empfindliche elektronische Bauteile, etwa für die Autoindustrie, könnten sonst Schaden nehmen. „Der Schaumstoff leistet einen elektrostatischen Schutz“, sagt Struß und zeigt eine schwarze Pappe. 

Die ist leitfähig, weil sie mit Kohle beschichtet ist. Eine große Maschine stanzt Öffnungen in eine Schaumstoffmatte. Ihre Messer schneiden bis ins Fließband. Soviel Kraft muss sein, um durch alle Schichten durchzukommen. Eine andere Maschine schneidet die Matten mit einer Art Stichsäge in kleinere Teile.

Struß zeigt eine dicke Matte mit tiefen Mulden, in die Bauteile eingelegt werden. „Die besteht aus zwei Matten. In die eine wurden Öffnungen gestanzt, die zweite wurde als Boden hinzugefügt.“ Einmal tasten: Es ist wieder der samtweiche Schaumstoff.

Weiter geht’s durch die Produktionsstätte: Frauen verbinden Ketten von kleinen Schaumstoffelementen mit Pappe. Solche Stütz- und Federelemente befestigen sie dann auf Schaumstoffmatten. Einmal die Kontaktflächen mit einem Industrieheißluftfön erhitzen, gerade aufsetzen und ganz vorsichtig ausrichten und andrücken. „Das ist weitaus schwerer als es aussieht“, sagt Geschäftsführer Jürgen Düvel. Erhitzt man die Stellen zu lange, könnte das Material Feuer fangen.

Transportbehälter für jede Ware

Die Profis haben Transportbehälter für jede Ware, auch die sensibelste. Die Kartons vor Ort passen sich zum Teil der Größe der Fracht auch an. Struß zeigt einen Karton, der in den Raumdimensionen zu unterschiedlichen Graden entfaltet werden kann, genau so weit, wie die Ware es verlangt. Im Innern ist natürlich Platz für Stützelemente. „Im Idealfall soll die Ware in der Kiste schweben, wenn die mal einen Stoß bekommt.“

Der Jahresumsatz in Bremen liegt bei 25 Millionen Euro. Der Mutterkonzern, die Thimm-Gruppe, 1949 gegründet, hat mittlerweile 19  Standorte in Europa und Mexiko. Das Unternehmen beschäftigt 3.000 Mitarbeiter bei einem Jahresumsatz von 570 Millionen Euro.

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