Erfolgsshow läuft bis zum 2. Juli

„Wet“ im GOP: Die Wannen sind voll

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Sechs Badewannen ermöglichen neue, erfrischende Choreografien mit und ohne Wasser. Die neue GOP-Show „Wet“ feierte jetzt Premiere im Varietétheater in der Überseestadt.

Bremen - Von Ulla Heyne. Wer diese Show besucht hat, wird nie wieder einfach „nur so“ in die Badewannne steigen – die GOP-Show „Wet“, die nach London, Sydney und Barcelona acht Wochen lang in Bremen Station macht, definiert das, was man in einer Badewanne und darauf machen kann, ganz neu.

Die sechs Wannen, die in zwei höhenversetzten Reihen auf der Bühne des Varietétheaters aufgebaut sind, bilden den Rahmen für die feuchte Show. Neben fünf Standardexemplaren hebt sich die Wanne der Operndiva optisch ab. Ganz so nass, wie Direktor Philipp Peiniger ankündigt, wird es denn doch nicht. Zur Premiere am Donnerstagabend erscheint er zünftig barfuß und mit Regenschirm auf der Bühne. Sehr zur Erleichterung der ersten Reihen, die wohl mehr aus Gag mit Handtüchern ausgestattet werden.

Mehr als 1,5 Millionen Zuschauer haben sich seit gut zehn Jahren weltweit von dem Spektakel rund um das nasse Element faszinieren lassen. Zu Recht, bildet es doch eine ungewöhnliche choreografische Kulisse: für coole Balljonglagen (der Äthiopier Adem Endris lässt gleich fünf Bälle springen) mit obligatorichen Oh-Momenten oder reizvolle Sehperspektiven bei der „Antipoden“-Fußjonglage mit Handtüchern, bei der die Polin Athy Donnert unsichtbar, weil hinter dem Badewannenrand bleibt.

Nebenbei der Kleidung entledigt

Heraus kommt eine schöne Mischung: Begeisterung, wenn Endris sich beim Handling der drei Bälle nebenbei seiner Kleidung entledigt (unter dem „Liebestöter“ trägt er einen zweiten Slip), eine dramaturgisch starke Ménage à trois von Akrobatik und Ausdruckstanz und einem kleinen Märchen, als Moderatorin Daniele Drobny als „Badewannenqueen“ von einer unbekannten Hand mit Reichtum überschüttet wird und aus Gier ihre große Liebe verliert. Köstlich: das Schwanensee-Ballett, bei dem die drei Tänzer bemüht sind, das Wesentliche mit einem choreografisch eingebundenen Handtuch zu verhüllen.

"Wet"-Premiere im Bremer GOP

Komikerin Daniele Drobny gibt der Show mit ihren mal humoresk schlichten, mal poetischen Anekdoten einen roten Faden. Ein fast noch stärkeres Band spinnt die Sängerin Jennifer Lindshield, als Operndiva in Szene gesetzt, mit ihren Variationen des Grundthemas „Pack die Badehose ein“, mal im Stil von Mozart-Variationen, mal als Schumann-Ballade, als Beatles-Song oder gar als Schönberg-Persiflage. So weit, so stimmig. Richtig Fahrt nimmt die Show auf, wenn die Badewannen nicht nur Deko und Gestaltungselement sind. Wenn Cirque-du-Soleil-Akrobat Anton Belyakov bei seinen waghalsigen Handständen Wasserfontänen erzeugt oder sein junger Kollege, Publikumsliebling Moritz Haase, nach einem Wirbel am Trapez bei der Zugabe mit kindlicher Freude im Spagat durch den Wasserteppich glitscht, dann geht es im wahrsten Sinne des Wortes feucht-fröhlich zu.

Zu sehen ist „Wet“ im GOP-Theater in der Überseestadt bis zum 2. Juli, jeweils mittwochs bis sonntags.

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