Es läuft und läuft und läuft

Die Waller Union-Brauerei erweitert ihre Kapazitäten 

Azubi Lennart Albers lernt Brauer und Mälzer bei der Union-Brauerei in Walle, die jetzt ihre Kapazitäten erweitert hat. Albers steht an einem der drei neuen Gär- und Lagertanks. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Es läuft und läuft und läuft. Es läuft so gut bei der Union-Brauerei an der Theodorstraße in Walle, dass dort nun die Kapazitäten erweitert wurden. Dieser Tage sind drei neue Gär- und Lagertanks angeliefert und aufgebaut worden. Die neuen Tanks fassen insgesamt 12.000 Liter Bier.

Rückblende. Als der Investor und Projektentwickler Lüder Kastens das Gebäude der 1968 geschlossenen Union-Brauerei zum ersten Mal sah, war ihm klar: Hier muss wieder Bier gebraut werden. Gemeinsam mit Markus Zeller, der eine Professur für Systemgastronomie an der Hochschule Heilbronn hat und früher Geschäftsführer bei Beck & Co. in Bremen war, hat Kastens am historischen Standort eine neue Union-Brauerei aufgebaut. Im Dezember 2015 öffnete sie – mit angeschlossenem Braugasthaus und Brauerei-Shop.

Konzeption und Sortiment harmonieren gut mit dem anhaltenden Craft-Bier-Trend – dabei geht es um die Handwerkskunst des Brauens und um charaktervolle Sorten –und der Nachfrage nach regionalen Produkten. 2016, so Kastens, arbeitete das Team „an der Kapazitätsgrenze“ und lieferte etwa 250.000 Liter Bier aus. Die Nachfrage, sie war einfach groß – und das von Anfang an.

Vielfalt aus Walle kommt an

Sieben Sorten umfasst das Union-Sortiment. Die Waller Biere werden mittlerweile in etlichen Kneipen und Restaurants ausgeschenkt, sie sind in Getränkemärkten und Lebensmittelgeschäften zu finden. Verschiedene Saison-Sorten kommen im Jahresverlauf hinzu. Auf dem Waller Brauereiareal werden Führungen und Seminare angeboten – nicht allein bei Bremern und Butenbremern, sondern inzwischen auch bei Touristen gefragt.

Und nun die Kapazitätserweiterung bei den Lagertanks, in denen die Union-Biere etwa vier Wochen lang reifen. Die Lagerkapazität vergrößert sich durch die neuen Tanks auf 46 000 Liter, sagt Kastens. Und: „Rund 100. 000 Euro werden in den Ausbau des Gär- und Lagerkellers investiert.“

Große Herausforderung 

Die jeweils fünf Meter hohen Gärtanks in dem historischen Brauereigebäude zu installieren, war eine logistische Herausforderung. Liegend wurden sie hereintransportiert, erzählt Azubi Lennart Albers, der bei der Union-Brauerei Brauer und Mälzer lernt. Anschließend galt es, die Tanks vorsichtig und passgenau aufzurichten. Es hat alles geklappt.

Durch die Erweiterung ist nun eine Jahresmenge von 400 000 Litern Bier möglich, sagt Kastens. Gleichwohl gehe es der Freien Brau-Union – so der formelle Unternehmensname – nach wie vor „um Mengen, bei denen das Handwerk des Bierbrauens im Vordergrund steht“. Es gelte ein klares Bekenntnis zum Grundsatz „Qualität vor Quantität“.

Zeichen für Bremen 

Zugleich wolle man aber auch – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der Abwanderung von Unternehmen aus der Nahrungs- und Genussmittelbranche – ein „Zeichen für unsere Heimatstadt“ setzen, so Kastens weiter. „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit rund 70 Beschäftigten in Brauerei und Braugasthaus auch als Arbeitgeber unseren Beitrag in Bremen leisten.“ 

Viele Kunden schätzen es besonders, dass die Biere in Bremen gebraut und abgefüllt werden, sagt Markus Zeller. Die Erweiterung komme nun „rechtzeitig“ zum 110. Jahrestag der Errichtung des historischen Brauereigebäudes. Am Sonntag, 11. Juni, soll der Jahrestag gefeiert werden – mit einem Bier, das gemeinsam mit Karl Windel (78) eingebraut wurde. Zeller: „Als Brauer der alten Union-Brauerei hat er all seine Erfahrung eingebracht, um ein Bier zu brauen wie damals – ein Union-Lager.“

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