Ein Weg in den Wallanlagen erinnert an die langjährige Senatorin Annemarie Mevissen

Eine zupackende Bürgermeisterin

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Mit Schwung enthüllten Jens Böhrnsen (v.l.), Edmund Mevissen, Renate Meyer-Braun und Robert Bücking das Schild für den „Bürgermeisterin-Mevissen-Weg“.

Bremen - „Annemarie Mevissen war eine waschechte Bremerin und eine bedeutende Frau der Nachkriegszeit, die den Wiederaufbau Bremens mit geprägt hat.“ Das sagte gestern Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD), als er gemeinsam mit Mevissens Sohn Edmund, ihrem langjährigen Weggefährten Moritz Thape, Konrad Elmshäuser, Leiter des Staatsarchivs, der Mevissen-Biografin Renate Meyer-Braun und Ortsamtsleiter Robert Bücking den neuen „Bürgermeisterin-Mevissen-Weg“ in den Wallanlagen (Nähe Präsident-Kennedy-Platz) einweihte.

Mit der Benennung werde „eine engagierte Sozialpolitikerin und Senatorin, eine verantwortungsbewusste und zupackende Bürgermeisterin sowie Ehrenbürgerin Bremens“ geehrt, fuhr Böhrnsen fort, als er das neue Straßenschild an der über den Wallgraben führende Brücke enthüllte. Böhrnsen weiter: „Dieser Weg im Herzen der Stadt und ein Ort im Grünen passt wunderbar zu Annemarie Mevissen, da sie nicht nur eine engagierte Politikerin war. Sie war auch leidenschaftliche Malerin, die die Natur geliebt hat. Ein Weg, der verbindet und nicht nur, bildlich gesprochen, Gräben überwindet.“

Annemarie Mevissen, geboren am 24. Oktober 1914, war 1967 die erste Frau, die in einem Bundesland das Amt einer stellvertretenden Regierungschefin übernahm.

„Wenn ich heute in meinem Büro im Rathaus sitze und auf den Marktplatz schaue, dann habe ich ein selbst erlebtes, unvergessliches Bild im Kopf: Wie Bürgermeisterin Mevissen sich am 18. Januar 1968 den protestierenden Schülern und Studenten, die während der Bremer Straßenbahn-Proteste vor das Rathaus zogen, stellte und mit einem Megaphon auf eine Streusandkiste stieg, um mit den Demonstranten zu reden“, ergänzte Böhrnsen. Mevissen wurde daraufhin als „der einzige Mann im Bremer Senat“ bezeichnet. Die Politikerin Mevissen galt ohnehin als Frau, die Konflikten nicht aus dem Weg ging, die vermitteln konnte und den Dialog suchte.

Bremens Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen berief die Sozialdemokratin, die 1947 als jüngste Abgeordnete in die Bremische Bürgerschaft gewählt worden war, 1951 zur Senatorin für das Jugendwesen. 1959 kam das Ressort Wohlfahrt hinzu. Mevissen blieb bis zu ihrem freiwilligen Ausscheiden im Februar 1975 Senatorin. Von 1967 bis 1975 war sie Bürgermeisterin und Stellvertreterin von Hans Koschnick (SPD) als Präsident des Senats.

Im Herbst 2005 wurde ihr die Ehrenbürgerwürde verliehen. Annemarie Mevissen starb am 13. Juli 2006 in Bremen.

je

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