Nur kurze Verschnaufpause

„Am Wall“: Freie Fahrt in beide Richtungen - aber nur bis zum 27. August

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Seit Dienstagnachmittag gibt es in der Straße Am Wall wieder freie Fahrt in beide Richtungen – und das nutzten Autofahrer umgehend.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Überraschung am Nachmittag: In der Straße „Am Wall“ ist am Dienstag die Einbahnstraßenregelung aufgehoben worden. Jetzt gibt es hier wieder freie Fahrt in beide Richtungen – zumindest vorübergehend.

Update: Anders als zuletzt vom Investor des „Wallkontors“ angekündigt, bleibt die Straße nur bis zum 27. August in beide Richtungen offen. Zuletzt hieß es, etwa ab November würden die Arbeiten für den Neubau am Platz der Brandruine „Harms am Wall“ beginnen. Nun hat sich diese Fenster deutlich verkleinert.

Wegen der Umgestaltung des Herdentorsteinwegs sei eine erneute Sperrung „Am Wall“ erforderlich. Ab Montag, 27. August, wird der Wall zwischen Herdentor und Bischofsnadel wieder zur Einbahnstraße in Fahrtrichtung Tiefer/Altenwall, hieß es am Freitag. Hintergrund ist, dass das Bremer Bauressort die Rechtsabbiegespur vom Bahnhof kommend auf „Am Wall“ zurückbauen und stattdessen den dortigen Fahrradweg verbreitern will. Ein Abbiegen nach rechts vom Herdentorsteinweg soll anschließend nicht mehr möglich sein.

Originalmeldung: Bis 2020 entsteht mit dem „Wallkontor“ an der Stelle ein Geschäftshaus mit Einzelhandel und Büros. Dafür investiert der Egentümer, das Bremer Unternehmen Müller & Bremermann, einen zweistelligen Millionenbetrag.

Das Textilhaus Harms aus dem Jahr 1909 war am 6. Mai 2015 durch vorsätzliche Brandstiftung, wie Experten feststellten, komplett zerstört worden. Es entstand ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe. Ungeklärt ist bis heute, wer das Feuer gelegt hat. Verkehrsteilnehmer mussten nach dem Brand erhebliche Behinderungen in Kauf nehmen, darunter die Vollsperrung des Walls, so zuletzt von April bis Mitte Juni des Jahres. Danach ging's zumindest über eine Einbahnsrtaßenregelung stadtauswärts – bis Dienstagnachmittag. Inzwischen ist die Brandruine abgetragen, zum Teil per Hand, um Erschütterungen für die Nachbargebäude so gering wie möglich zu halten. Bis zum Erdgeschoss ist der Schutt abgefahren. 

Nun gibt es eine kleine „Planungspause“ wie Daniel Günther, Sprecher von Investor Marco Bremermann, auf Nachfrage sagte. Und die solle im Sinne der Kaufleute und des Verkehrsflusses am Wall genutzt werden. Heißt: Die Einbahnstraßenregelung pausiert für mehrere Wochen zugunsten der freien Fahrt in beide Richtungen. Erst mit dem Baubeginn fürs „Wallkontor“ kehrt die Einbahnstraße (Richtung Osterdeich) zurück.

Am Dienstag wich der Bauzaun vor der Ruine, die Verbotsschilder wurden abgebaut. Nun muss zunächst der Höhenunterschied zur Rückseite (Herdentorswallstraße) ausgeglichen werden, wie Günther sagt. Dazu wird eine zehn Meter tiefe Baugrube geschaffen – samt Verankerung unter der Straße Am Wall, damit alles stabil bleibt.

Mit dem „Wallkontor“ ersetzt Müller & Bremermann drei durch das Feuer vernichtete Häuser. Das Gebäude umfasst 5500 Quadratmeter Gewerbeflächen für Einzelhandel und Büros. Eine architektonische Besonderheit ist die neue „Wall-Passage“, die durch das Gebäude direkt auf die Museumsstraße führt. Durch den jüngsten Zukauf der benachbarten Securitas-Immobilie (wir berichteten) erhofft sich der Investor eine optimierte Anbindung der Passage.

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