W wie Wahlsonntag

Bremen von A bis Z: Die Krux mit den Kreuzen

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Geschafft: Der Wähler hat intensive Arbeit geleistet. Der Stimmzettel landet in der Wahlurne.

So eine Wahl, die hat es in sich. Einfach war gestern. Besser gesagt: noch vor vorgestern. Damals, da musste der geneigte Bremer nur ein Kreuz auf dem Wahlzettel machen. Und heute: fünf. Und nochmal fünf. Und noch eins. Und eins für Europa. „Demokratie ist anstrengend“, sagt Bürgerschaftspräsidentin Antje Grotheer.

Ein Sonntagsvergnügen wird der Wahlgang also nicht. Stadtwahlleiterin Carola Janssen sagt: „Der Wähler muss intensiv arbeiten.“ Na ja. Die Aufgabe, zwölf Kreuze auf vier Stimmzettel zu verteilen, ist nun ja auch nicht unlösbar. Europa zu wählen, ist sogar ziemlich einfach. Ein Kreuz reicht, obwohl der Stimmzettel fast einen Meter lang ist. Doch wer sich in der Wahlkabine die Namen der ganzen lustigen Parteien und der mitunter adeligen Kandidaten durchliest, der hat wirklich eine Aufgabe. Puuh! Vor allem hält diese Vorgehensweise das gesamte Prozedere in dem Wahllokal auf. Auweia! Konflikte sind programmiert. Ein Sonntagsspaß!

Zu lesen gibt es auch in den Wahlheftchen. Das für die Bürgerschaftswahl in der Stadt Bremen enthält die Namen von 323 Kandidaten aus 14 Parteien auf 24 Seiten. Auch hier gilt: Bitte nicht zu lange lesen, nur kreuzen. Schließlich verschickt das Wahlamt ja in den Wochen vor der Wahl Muster-Stimmzettel zur Vorbereitung auf den intensiven Wahlsonntag. Für die zeitsparende Vorauswahl.

So weit, so gut. Fünf Kreuze? Moment: Fünf Kreuze darf der Wähler machen. Muss er aber nicht. Auch bei einem Kreuz, bei zweien, dreien und vieren ist der Stimm-Zettel gültig. Man verschenkt dann eben ein bis vier Stimmen. Aber gültig ist gültig. Auch wenn der Landeswahlleiter dem Fragesteller in der Pressekonferenz ungnädig zu bedenken gibt: „Warum wollen Sie denn nur ein Kreuz machen? Dann brauchen Sie gar nicht zu wählen.“ Gemach, gemach. Das senkt dann ja die Wahlbeteiligung. Und das ist ja nun gar nicht erwünscht.

Zurück an die Urne: Der Wähler darf panaschieren und kumulieren. Fünf Kreuze in einer Spalte setzen. Oder eben fünf auf fünf verschiedene Seiten verteilen. So viele Möglichkeiten. Demokratie ist bunt.

Und anstrengend. Es geht ja auch noch um einen Volksentscheid über die Zukunft des alten Galopprennbahn-Areals. Ein Ortsgesetz muss dafür verändert werden. Klingt aufwendig. Ein Tipp: Wichtig ist Paragraph 3. Der Satz mit der Rennbahn-Skizze drunter. Aber jetzt sei nicht zu viel verraten. Demokratie soll ja Spaß machen.

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