Direktkandidaten: Uni-Studenten entwickeln Online-Orientierungsangebot

Wahlhilfe für die Erststimme

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Christian Weber (v.l.) informierte sich gestern über die Online-Wahlhilfe „Erststimme2013.de“, die Malte Hillmann, Prof. Lothar Probst, Patrick Statsch, Julian Brandt und Dr. Holger Döring in der Bürgerschaft offiziell vorstellten. ·

Bremen - Von Viviane Reineking. Ob zur Legalisierung von Cannabis oder zum generellen Tempolimit auf Autobahnen – Studenten der Uni Bremen haben eine Online-Wahlhilfe zur Bundestagswahl am 22. September entwickelt, die bei der Wahl-Entscheidung helfen soll. 

Speziell für die Wähler aus dem Land Bremen und dem Wahlkreis Osterholz-Verden ist das Programm ausgerichtet, und soll die Entscheidung für einen Direktkandidaten erleichtern.

Weil die politischen Kräfteverhältnisse im Bundestag durch die Zweitstimme bestimmt werden, wird diese in der Regel als wichtiger erachtet. „Wähler haben aber zunehmend auch Interesse an den Direktkandidaten“, sagt der Parteien- und Wahlforscher Prof. Lothar Probst von der Uni Bremen. Die Kandidaten, die in einem Wahlkreis – insgesamt sind es 299 – die Mehrheit der Erststimmen erhalten, erringen ein Direktmandat und ziehen in den Bundestag ein.

25 Studenten entwickelten in einem interdisziplinären Projekt von Probst und dem Politikwissenschaftler Dr. Holger Döring 20 Thesen zu unterschiedlichen Themen vom Mindestlohn über Frauenquote und Kinderbetreuung bis hin zu Auslandseinsätzen der Bundeswehr. 21 Direktkandidaten befragten die Studenten nach ihrer Meinung, 18 antworteten. Auf der Internetseite des Projekts können Bürger ihre Einstellung in fünf Stufen ausdrücken. Am Ende erfahren die Nutzer, mit welchem Kandidaten aus ihrem Wahlkreis die größte Übereinstimmung besteht. Dabei, so Bürgerschaftspräsident Christian Weber, sei bereits ein erstaunliches Ergebnis zustandegekommen.

Die Seite orientiert sich an dem „Wahl-O-Mat“ der Bundeszentrale für politische Bildung, der sich als Entscheidungshilfe für eine politische Partei versteht. Für die Erststimme gebe es in Deutschland dagegen bislang kein vergleichbares Projekt, so Probst.

„Große Sorge“ hat Weber, der das Projekt unterstützt, dass die Wahlbeteiligung der Bundestagswahl nicht das Ergebnis von vor vier Jahren erreicht. Damals gaben 70,7 Prozent der Bremer Wahlberechtigten ihre Stimme ab (bundesweit: 70,8 Prozent). Weber hofft, dass mit diesem Angebot vor allem auch junge Leute motiviert werden, zur Wahlurne zu gehen. „Wir planen deshalb auch, an die Schulen zu gehen und unser Projekt bekannterzumachen“, sagt Lehramtsstudent Julian Brandt, der das Projekt gemeinsam mit seinen Kommilitonen Malte Hillmann (Informatik) und Patrick Statsch (Politikwissenschaft) gestern in der Bürgerschaft vorstellte.

http://www.Erststimme2013.de

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