Behinderte fordern beim Protesttag weniger Barrieren in der Stadt

„Wahlfreiheit beim Wohnen“

Gebärden-Dolmetscherin Melanie Bertermann (rechts) übersetzte gestern beim Protesttag die Reden für Gehörlose. - Foto: Sell/epd

Bremen - Mit einem Protestmarsch und einer Kundgebung haben mehrere Hundert behinderte Menschen am Dienstag vor der Bremischen Bürgerschaft für mehr Teilhabe und eine barrierefreie Stadt demonstriert.

Sie forderten unter anderem Nachbesserungen am geplanten Bundesteilhabegesetz, das im Entwurf gerade zwischen den Ministerien der Bundesregierung abgestimmt wird. Dabei ist unter anderem vorgesehen, dass Menschen mit Behinderungen, die Eingliederungshilfe erhalten, deutlich mehr Vermögen als heute behalten dürfen.

Die Planungen gingen vielen Demonstranten auf dem Bremer Marktplatz allerdings nicht weit genug. Bremens Landesbehindertenbeauftragter Joachim Steinbrück forderte überdies mehr bezahlbare Wohnungen für Menschen mit einem Rollstuhl und auch mehr Wahlfreiheit beim Wohnen. Nach dem neuen Gesetz sollen behinderte Menschen beispielsweise selbst wählen dürfen, wo und wie sie wohnen.

Der Bezug von Sozialleistungen soll außerdem nicht mehr an die Wohnform gekoppelt werden, sondern sich am jeweiligen individuellen Bedarf ausrichten. Steinbrück erinnerte an Bremens Alt-Bürgermeister Hans Koschnick (SPD), der vor fast zwei Wochen im Alter von 87 Jahren gestorben war und sich mehrfach für behinderte Menschen stark gemacht hatte.

So habe er 2005 als Schirmherr des Bremer Behindertenparlamentes gesagt, alle Menschen in der Gesellschaft bräuchten eine Chance, an den wichtigsten Dingen teilnehmen zu können. „Wir brauchen Gleichstellung für alle. Alles andere ist Mist“, zitierte Steinbrück Koschnick. Um dieses Ziel zu erreichen, „gibt es noch viel zu tun“. Dabei verwies er auf öffentliche Gebäude, die nicht gut zu erreichen seien, auf schwerverständliche Formulare und auf den fehlenden Einsatz von Gebärden-Dolmetschern. - epd

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