Wahl-Bremer Klaus Lage geht nach Solo-Tourneen jetzt mit Band auf Tour

Lieder mit Vollgas

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Der Wahl-Bremer Klaus Lage liebt das Wasser und die Musik.

Bremen - Von Ilka Langkowski. „Auf die ,Top-21-Tour‘ mit der Band freue ich mich besonders“, erzähltBluesröhre Klaus Lage. Nach seinen Solo-Konzerten rockt der mit „1 000 und 1 Nacht“ und dem Schimanski-Titelsong „Faust auf Faust“ berühmt gewordene singende Wahl-Bremer nun die Bühne.

Nach vier Solo-Tourneen ist Klaus Lage dieses Jahr wieder mit Band unterwegs. Am 5. November tritt er im Bremer Schlachthof auf. Mit dabei sind Bo Heart am Keyboard, Jürgen Scholz an der Gitarre, Lothar Atwell an Bass und Saxophon sowie Tim-Ole Hoff am Schlagzeug. Seit 2010 ist der Blues- und Poprocker vor allem als Liedermacher zu hören.

Nach rund 30 Jahren Bandmusik sei das etwas völlig Neues gewesen, erzählt Lage bei einem Kaffee an der Weser. „Da musst Du die Hosen runterlassen, die Nähe zum Publikum ist groß.“ Seinen ersten Solo-Auftritt habe er dann selbst nicht einmal besonders gut gefunden. „Der Aufregung vor dem Auftritt folgte aber später eine gewisse Demut vor dem Publikum“, erzählt er heute und lacht. Das habe ihn durch diesen Abend getragen.

Der geborene Soltauer wohnt seit 2008, nach mehr als 20 Jahren im Kölner Raum, in Bremen. Er liebt das Wasser, Werder und ist seinen Bandkollegen in Hamburg damit geographisch nähergerückt. Seine musikalische Laufbahn startete Lage in den 70er Jahren. Er spielte zuerst in Schülerbands, gewann später einen Band-Wettbewerb und ging mit Anfang 20 nach Berlin. Lage sang im „Berliner Rock-Ensemble“ und nahm dann als Solo-Künstler 1980 die LP „Musikmaschine“ auf.

„Die erste eigene LP war ein Meilenstein in meiner Karriere, aber leider ein Flop“, erzählt der Musiker. Den Durchbruch schaffte Lage 1983 mit „Stadtstreicher“ und dem 1984 von Wolf Maahn produzierten Album „Schweißperlen“. Der mit Dieter Dehm getextete Song „1 000 und 1 Nacht (Zoom!)“ wurde als Single ausgekoppelt und sein erster ganz großer Hit. Auch „Faust auf Faust“ aus dem Schimanski-Kinofilm „Zahn um Zahn“ und der von Joe Cocker gesungene Song „Now That You’re

Gone“ zum zweiten Schimanski-Film „Zabou“ schlugen beim Publikum ein.

Mitte der 90er Jahre, nach etwa 15 Jahren Tournee- und Studio-Arbeit, wollte Lage eine Pause. „Ich fühlte mich abgenudelt und erschöpft“, erzählt er. Er übernahm 1995 im Musical „Stars“ die Titelrolle und tauchte in die „völlig eigene Welt“ eines Theaterensembles ein. Anschließend sang er die deutschen Texte zum Animationsfilms „Toy Story“. Fünf Jahre brachte Lage keine Platte heraus. „Das ist, als wärst Du nicht mehr da. Man musste sich einiges neu erkämpfen“, erzählt er. Die Auftritte mit Klavier und Gesang 2002 fanden einige seiner Rock-Fans zu ruhig, gleichzeitig gewann er mit den intensiven und oft sanften Liedern neue Anhänger. „Da bin ich gespannt, wie die nun die rockige Band-Tournee aufnehmen“, meint Lage fröhlich. „Bei so einem Konzert gibt man Vollgas.“

Heute kann er sich mit seinem eigenen Label einige Freiheiten leisten. Die Musikbranche habe sich extrem gewandelt, erklärt er. Durch das Internet sei man nicht mehr auf die ganz großen PR-Maschinen angewiesen. Eine LP zu produzieren, habe früher den Gegenwert eines Reihenhauses gekostet. Heute sei die Produktion der Stücke einfacher. Das kommt auch seinem nächsten Projekt zugute. Nach zwei Live-Alben und dem Seenotretter-Song „Volle Kraft voraus“ soll 2016 ein Big-Band-Album erscheinen. Doch große Plattenfirmen lehnten sich bei Jazz gern gelangweilt zurück, weiß Lage: „Sie meinen, das sei ein Minderheitenprogramm. Ich meine, das ist trotzdem geil.“

Erst einmal aber kommt die Rock-Tournee „Top 21“. Karten für das Bremer Konzert am 5. November, 20 Uhr, im Schlachthof gibt es für etwa 30 Euro in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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