Absichtserklärungen und viele Tipps: „Klimafreunde“ bitten um ein Versprechen

Oma hat die Wäsche rausgehängt

Vorsicht, heiß! So kocht der Klimaschützer.

Bremen - Von Thomas KuzajMal heiterer, mal wolkiger. Temperaturen um 17 Grad, ein bisschen Wind. Das waren die äußeren Bedingungen gestern bei einem Klimaschutz-Aktionstag auf dem Bremer Marktplatz.

Anlass dazu bot eine neue Kampagne der Klimaschutzagentur Bremer Energiekonsens. Zwei Jahre lang sollen Bürger und Unternehmen dazu animiert werden, Mitglied im Club der „Klimafreunde“ zu werden. Wer beitritt, muss versprechen, fortan „noch mehr CO2 und Energie einzusparen“.

20 Unternehmen waren zur Premiere bereits dabei. Wie wird kontrolliert, ob sie sich auch an das halten, was sie gelobt haben? Martin Grocholl, Sprecher der Klimaschutzagentur: „Die Kontrolle besteht darin, dass wir nachfragen.“ Bremens Umwelt- und Verkehrssenator Reinhard Loske (Grüne) erklärte unterdessen: „Klimaschutzziele kann man nur erreichen, wenn man zusammenarbeitet.“

Energiekonsens-Chef Dr. Cornelis Rasmussen sprach in Bildern: „Stellen Sie sich vor, sechs große Fesselballons voller CO2 schweben über Ihnen.“

Zugegeben – eine unangenehme Vorstellung. Da wird einem gleich ganz schummrig. Sechs große Fesselballons – so viel klimaschädigendes Kohlendioxid produziert jeder Bremer jedes Jahr, hieß es gestern. Ein Durchschnittswert. Das muss natürlich weniger werden, keine Frage. Man hat ja heute schon fast ein schlechtes Gewissen, ein Glas Milch zu trinken, weil Wissenschaftler herausgefunden haben, dass Kühe beim Rülpsen das Klima schädigen – sie stoßen am Tag bis zu 230 Liter des Treibhausgases Methan aus. Wie konnte die Natur das nur so unverantwortlich einrichten?

Gut also, dass es nun die „Klimafreunde“ gibt, die auch Broschüren haben mit Tipps zur CO2-Reduzierung im Alltag. Die Wäsche nicht so heiß zu waschen, wird einem da beispielsweise geraten: „Sauberkeit beginnt mit neuen Maschinen und modernen Waschmitteln schon bei 20 Grad!“ Hm, dazu fällt uns was ein. Unsere Oma hat früher die Wäsche einfach zum Lüften rausgehängt und überhaupt nicht gewaschen. Dürfen wir die Oma nun als Klimaschutz-Pionierin betrachten?

Einen Computer hatte Oma noch nicht. Wir aber haben einen und lesen in der Broschüre: „Recyclingpapier für Toilette und Drucker kaufen.“ Wie aber soll das Toilettenpapier in den Drucker passen?

Wie auch immer – Klimaschutz ist so sehr zum Modethema geworden, dass er den Alltag durchdringt. Auch Bürgerschaftspräsident Christian Weber will noch mehr CO2 und Energie einsparen. „Ich habe seit einem Monat meine Heizung abgeschaltet“, verriet der Sozialdemokrat uns gestern. Ganz schön tapfer – in diesem kalten Frühjahr. Weber: „Ich hab auch ganz schön gefroren zwischendurch.“

WWW.

energiekonsens.de/klimafreunde

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