Schweizer SIT übernimmt Mehrheit der Anteile

Wachstumspläne für Jacobs-Uni in Bremen-Nord

Blick auf den Campus der Jacobs-Universität..
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Der Kauf der Mehrheitsanteile der Jacobs-Universität durch das „Schaffhausen Institute of Technology“ ist besiegelt: Mit dem Abschluss des Erwerbs sind verschiedene Vereinbarungen für eine Weiterentwicklung des Campus-Geländes und der Universität verbunden.

Die private Jacobs-Universität im Bremer Norden startet in die Zukunft. Ein neuer Mehrheitsgesellschafter aus der Schweiz sorgt für neue Impulse.

Bremen – Jetzt ist alles eingetütet. Der am 23. September verkündete Erwerb der Mehrheitsanteile an der Jacobs- Universität Bremen (JUB) in Grohn durch das „Schaffhausen Institute of Technology“ (SIT) ist formalrechtlich abgeschlossen. An der Hochschule im Bremer Norden beginnt eine neue Zeitrechnung.

Das vom Schweizer Softwareunternehmer Serguei Beloussov gegründete SIT ist jetzt mit 66,68 Prozent Mehrheitsanteilseignerin der privaten englischsprachigen Hochschule. Die Stiftung „Jacobs University Bremen Alumni & Friends“ und die Reimar-Lüst-Stiftung verbleiben gleichberechtigte Minderheitsanteilseigner. Die Mehrheitsanteile waren nach dem Rückzug der Jacobs Foundation aus der Trägerschaft über den Verein zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung beim Land Bremen geparkt. Die Zukunft der JUB war akut gefährdet, Bremen startete die Suche nach Geldgebern. Und war erfolgreich. „Es ist gelungen, einen Investor zu finden, dessen Konzept die beschriebenen Stärken der JUB aufnimmt und ihr zugleich neue Perspektiven eröffnet“, sagte Wissenschaftssenatorin Claudia Schilling (SPD).

Oeversberg bliebt in Bremer Hand

Mit dem Abschluss des Erwerbs sind diverse Vereinbarungen für die Weiterentwicklung des Campus-Geländes und der Universität verbunden. So wird ein Grundstück am Oeversberg auf die Freie Hansestadt Bremen übertragen, die Privat-Uni verzichtet auf ein Ankaufrecht. „Somit steht der gesamte Oeversberg für die zukünftige Nutzung als Sportgelände zur Verfügung“, heißt es. Die Wissenschaftssenatorin hat die bis 2027 datierte Befristung der staatlichen Anerkennung der Jacobs-Uni zum Jahr 2027 aufgehoben und in eine unbefristete staatliche Anerkennung überführt. Und um langfristig einen universitären Betrieb nebst angeschlossenen wissenschaftlich-technologischen Forschungseinrichtungen zu gewährleisten, stellt Bremen das Campus-Gelände der Jacobs-Uni im Erbbaurecht für 99 Jahre zur Verfügung.

Neuer Uni-Präsident: Professor Dr. Fabio Pammolli wurde zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung der Jacobs-Universität berufen.

Die Investitionspläne von Beloussov, der Gründer und Vorsitzender des SIT und Gründer des schweizerisch-singapurischen Technologieunternehmens Acronis ist, sehen neben einer Modernisierung und einem Ausbau des Studienprogramm-Angebots und der Einführung neuer hybrider Lehr- und Lernformen auch ein räumliches Wachstum vor. Sie beinhalten eine Ausweitung der Wohnmöglichkeiten, einen Ausbau der Lehr- und Forschungsmöglichkeiten durch moderne und größere Hörsäle sowie die Nutzung für einen Technologiepark, der sich auf innovative Forschungseinrichtungen stützt. Ermöglicht werden die Wachstumspläne durch die Reservierung der Erweiterungsfläche des „Science Park“ nördlich der Universität, heißt es. „Sowohl SIT als auch JUB sind Zentren interdisziplinärer Exzellenz in Wissenschaft, Technologie und Bildung. SIT und JUB werden sich zu einer weltweit führenden wissenschaftlichen Einrichtung entwickeln“, sagte Beloussov.

Ex-Vizekanzler Rösler ist mit im Boot

Auch die personellen Weichen für die Zukunft sind gestellt. Der Aufsichtsrat der Universität („Board of Governors“) hat Professor Dr. Fabio Pammolli zum neuen Präsidenten der internationalen Universität und Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Der 55-jährige Professor für Wirtschaft und Management kommt von der Polytechnischen Universität Mailand und tritt sein Amt am 1. Januar 2022 an.

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist Beloussov. Stellvertreter wird der frühere FDP-Wirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler.

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