Wachgeküsst: Forum am Wall vor Bibliothek wird zur Gastromeile „Wache 6“

Baumhaus als Hingucker

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Das Baumhaus ist im Wall-Forum der Hingucker. Mit der Gastromeile „Wache 6“ wird das Forum jetzt nach zehn Jahren Pause wachgeküsst. Drei neue Restaurants von bremischen Newcomern wollen gemeinsam mit den bestehenden vier Geschäften wieder für Leben vor der Stadtbibliothek sorgen.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Mit der Gastromeile „Wache 6“ wird das Wall-Forum vor der Stadtbibliothek im alten Polizeihaus am Wall wachgeküsst. Zehn Jahre lang fristete das Atrium ein trostloses Dasein. Mit drei neuen Restaurants von bremischen Newcomern sowie den vier bisherigen Geschäften soll endlich wieder Leben einziehen ins Wall-Forum, und zwar bis in den späten Abend. Hingucker ist ein Baumhaus auf sieben weißen Stützen.

Viele Grünpflanzen, Bänke, Tische und Stühle laden im Atrium zum Verweilen ein. 88 Sitzplätze, den verschiedenen Restaurants zugeordnet, warten auf Besucher. Wer einfach nur ausruhen möchte oder gucken, der findet ein Pätzchen auf den Bänken. An einer Stirnseite entstand in drei Flächen aufgeteilt eine 30 Quadratmeter große Wand aus Moos, die in den nächsten zwei Jahre mit Efeu zu einer ursprünglichen Pflanzenwelt heranwachsen soll.

Unweigerlich zieht das Baumhaus die Blicke magisch an. Und genauso ist es gedacht, sagt gestern Innenarchitektin Ulrike Rösner („Raum in Raum“). „Wir möchten, dass sich die Menschen hier aufhalten und nicht nur durchlaufen“, so Rösner. Das Baumhaus soll den Blick festhalten. Und das gelingt.

Entworfen hat das Baumhaus der Bremer Andreas Wenning, der darauf spezialisiert ist. Maßgeblich gebaut wurde es von der Firma Günnemann (Metallbau) aus Bassum. Etwa acht Tonnen wiegt das Baumhaus, das laut Wenning eine Art Oase im Trubel des Forums darstellt. Außen nimmt es in abstrakter Form das Thema Pflanzen auf.

Der Hingucker gehört zu einem der drei neuen Restaurants, zum „Zen“ von Tomoko Soejima. Wie unten im Lokal, wird es hier japanisch-vegetarische Küche geben. Das 4,50 Meter mal 4,50 Meter große Baumhaus wird erst im Januar fertig sein. Abseits des Alltagsgeschäftes bietet es Platz für geschlossene Gruppen bis zu 18 Gästen.

Der Name „Wache 6“ nimmt Bezug zum früheren Polizeipräsidium, das hier mit dem Innenstadtrevier 6 seinen Sitz hatte. Nach dem Umzug und Umbau zog 2004 die Stadtbibliothek ein, dazu etwa für ein Jahr ein Café. Seitdem steht das etwa 1 000 Quadratmeter große Atrium mehr oder weniger leer. Immer mal wieder gab es Ideen zur Wiederbelebung.

Annika Reineberg und Andreas Wenning im Baumhaus, dahinter die großen Moosflächen an der Wand.

Schließlich feilte die von der Betreiber-Familie eingesetzte Geschäftsführerin Annika Reineberg von der Wallhaus GmbH zwei Jahre lang mit Konzeptgeber Thomas Dökel am Projekt. Sechs Monate wurde das Forum bei vollem Betrieb der Bücherei umgebaut. Eine Million Euro ließ sich der Betreiber das Projekt kosten. Die Suppenbar „Emmi“, der Pizzaladen, die Boulangerie „Maître Stefan“ und der Kiosk haben jetzt Zuwachs von drei Bremern bekommen, die sich alle zum ersten Mal mit einem Restaurant selbstständig machen. Neben „ZeN“ sind das „Fisherman‘s“ von Marcus Tu und Cathrin Bußler sowie „La Uva“ von Alireza Kordi. Letzterer arbeitete zunächst in der Gastronomie in Düsseldorf und ist seit mehr als sechs Jahren in Bremen.

Der 42-jährige Perser träumte schon immer von einem spanischen Restaurant. „Wir machen alles selbst“, sagt er stolz und zeigt auf leckere Tapas. Bis 22.30 Uhr bleibt bei ihm die Küche warm. Wenn jemand bis Mitternacht sitzen möchte? „Kein Problem.“ Ähnlich äußert sich auch Cathrin Bußler. Die 37-Jährige und ihr Lebensgefährte Marcus Tu (47) sind „Gastronomen aus Leidenschaft“. Für sie war schon lange klar, wenn ein eigenes Lokal, dann ein Fisch-Restaurant, denn die sind rar gesät in Bremen. Im Augenblick ist bei ihr im maritimen „Fisherman‘s“ mit seinen 85 Plätzen Backfisch mit Kartoffelsalat der Renner.

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