Hilfe im Adipositaszentrum am Klinikum Ost

Nina Morgenroth leidet seit Jahren unter krankhaftem Übergewicht

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Nina Morgenroth leidet seit Jahren unter krankhaftem Übergewicht. Hilfe bekommt sie nun im Adipositaszentrum am Klinikum Ost.

Bremen - Nina Morgenroth und ihre Waage haben nicht das beste Verhältnis. „Die Waage war noch nie mein Freund“, sagt die Bremerhavenerin. Ihr ganzes Leben kämpft sie bereits gegen krankhaftes Übergewicht. Doch was sie auch dagegen unternahm: Die Gewichtsprobleme blieben.

Mal wog sie nur 90 Kilo, wenige Jahre später waren es schon 150. Mal verlor sie binnen weniger Monate 30 Kilo, um dann wieder kräftig zuzulegen. Es gab sogar Zeiten, da wusste Nina Morgenroth gar nicht, wie viel sie wirklich wog. „Meine Waage konnte nur bis 180 Kilo anzeigen. Da stand dann irgendwann nur noch ‚Error‘. 

Immerhin das habe ich zu der Zeit gehalten“, erzählt sie mit einer guten Portion Galgenhumor. Nun hat Morgenroth am Adipositaszentrum des Klinikums Bremen-Ost neue Zuversicht getankt. Mit einem sogenannten Schlauchmagen (für Experten: Sleeve-Gastrektomie) soll die 40-Jährige ihr Gewicht nun deutlich besser in den Griff bekommen.

Hilfe von interdisziplinären Team

Als adipös, also krankhaft fettleibig, gelten Menschen, deren Body-Mass-Index über einem Wert von 30 liegt. Im Adipositaszentrum bekommen Patienten von einem interdisziplinären Team ein breites Unterstützungsangebot inklusive Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und auch psychologischer Betreuung, wie Timo Sczuplinski, Sprecher der Klinik-Gesellschaft Gesundheit Nord (Geno), zu der das Klinikum Ost gehört, sagt. 

„Bringt das keinen Erfolg, kann ein gewichtsreduzierender Eingriff die einzige Möglichkeit darstellen, eine deutliche und dauerhafte Verbesserung zu unterstützen“, sagt Leszek Grzybowski, Oberarzt und Leiter des Adipositaszentrums. Ob Bypass-Operation, Magenballon oder Schlauchmagen am besten geeignet seien, werde individuell und gemeinsam mit dem Patienten entschieden, heißt es.

Bei Morgenroth zeichnet sich der Schlauchmagen als beste Option ab. Dabei wird ein großer Teil des Magens entfernt. Übrig bleibt ein schlauchförmiger, nur noch kleiner Teil des Magens: der Schlauchmagen eben, der als Verbindung zwischen Speiseröhre und Darm dient. Er kann nur noch entsprechend geringere Mengen an Nahrung aufnehmen. Auch das ständige Hungergefühl geht zurück, so Sczuplinski. Der Eingriff wird laparoskopisch durchgeführt, also über winzige Schnitte im Bauchbereich.

Herzinfarktrisiko kann ansteigen

„Unbehandelt kann Adipositas zur tödlichen Krankheit werden“, sagt Prof. Dr. Hüseyin Bektas, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, zu der das Adipositaszentrum gehört. Das Risiko für einen Herzinfarkt oder Organversagen steige.

Auch Nina Morgenroth hat das erfahren. „Ich habe durch die Krankheit Diabetes bekommen, hatte auch Bluthochdruck“, erzählt sie. Außerdem seien Leber und Herz bei ihr leicht vergrößert. Hinzu kämen Gelenkschmerzen und Kurzatmigkeit. Falsche Ernährung und zu wenig Bewegung verschlimmerten bei ihr alles noch.

Wirklich leicht fiel der 40-Jährigen der Gang ins Krankenhaus nicht. „Eine Hemmschwelle war schon da. Aber ich hatte sofort das Gefühl, dass ich hier nicht belächelt, sondern als Patientin ernst genommen werde“, sagt sie.

Bereits 15 Kilo abgenommen

Jetzt, ein paar Wochen nach ihrem Eingriff, hat sie bereits 15 Kilogramm abgenommen. Sie lacht, scheint mit sich im Reinen. Die Anzeige auf der Waage bleibt bei unter 130 Kilo stehen. Die Chancen sind optimal, dass es weiter runter geht. „85 Kilo sind mein Traumgewicht“, sagt Morgenroth.

Dafür musste die 40-Jährige zusätzlich zur OP auch ihre komplette Ernährung dauerhaft umstellen. „Und das erfordert wirklich eine Menge Disziplin“, sagt die Bremerhavenerin.

Infotag

Für Mittwoch, 28. Februar, lädt das Adipositaszentrum zu einem Infotag ein. Im Haus im Park auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Ost (Züricher Straße 40) gibt es in der Zeit von 16 bis 20 Uhr Expertenvorträge zu Behandlungsmethoden und Erfahrungsberichte von Patienten über ihre Adipositastherapie. Die Veranstaltung ist für alle Interessierten offen. Der Eintritt ist frei. 

gn 

www.adipositaszentrum-bremen.de

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