„Zuckerwerk“ übernimmt

Vorübergehende Sommeroase am Lankenauer Höft

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Die jungen Akteure des Vereins „Zuckerwerk“ wollen das Lankenauer Höft als Ausflugsziel und „partizipativen Kulturort“ gestalten.

Bremen - Von Viviane Reineking. Unter dem Namen „Lankenauer Love“ hat die Zwischenzeitzentrale (ZZZ) in den vergangenen drei Wochen einen Betreiber für das Lankenauer Höft in Woltmershausen gesucht. Nun sei man fündig geworden, sagte am Freitag Daniel Schnier: Bis zum Ende des Sommers ziehen die jungen Akteure des „Zuckerwerks“ in die ehemalige Gaststätte am Neustädter Hafen.

Seit Jahren schon sucht der Verein eine dauerhafte Bleibe, will einen Bunker in der Bremer Überseestadt kaufen und in einen Club samt Kulturzentrum umgestalten. Bis Oktober finden die „Zucker“-Akteure nun in dem Gebäude des ehemaligen Ausflugsziels eine vorübergehende Heimat. Als „Betreiberkollektiv“ sei der Verein „Plattform, Ansprechpartner, Verwalter“, so Schnier. Die Zwischenzeitzentrale bleibe als Berater mit an Bord, heißt es.

Bereits am gestern Abend läutete das „Zuckerwerk“ die improvisierte Startphase der Zwischennutzung mit einem ersten Nutzerplenum ein. Neben regelmäßigen Bürozeiten solle dieses Plenum die Verbindung zwischen dem Betreiber und interessierten Projektmachern sicherstellen, heißt es bei der ZZZ.

Improvisiertes Café mit musikalischer Untermalung

An diesem Wochenende, Sonnabend und Sonntag, solle auf dem Areal jeweils ab 11 Uhr ein improvisiertes Café mit musikalischer Untermalung öffnen. Was genau danach passiert, steht noch nicht fest. Der Zwischenzeitzentrale zufolge soll für die programmatische Gestaltung bis zum 3. Oktober in erster Linie das öffentlich zugängliche Nutzerplenum ausschlaggebend sein.

Vorstellen können sich die Betreiber etwa kulturelle Veranstaltungen, Kinderfeste, Veranstaltungen von und mit Flüchtlingen, goldene Hochzeiten, Partys und Theateraufführungen. Das Zuckernetzwerk, das laut Schnier etwa 20 bis 30 Mitglieder zähle, habe eine langjährige Erfahrung als Knotenpunkt verschiedener Gruppen aus der freien Szene mit entsprechenden Strukturen der Beteiligung, Ressourcen wie etwa Werkzeug, Veranstaltungstechnik, behördlichem Know-how und eben „Liebe“.

Vieles sei möglich am Lankenauer Höft, die Situation aber auch schweirig, sagt Schnier. Die Herausforderungen, die auf den Verein warteten, seien hoch: Die Infrastruktur sei schlecht, die nächste Bushaltestelle 20 Laufminuten entfernt. Das Gebäude selbst verfüge über keine Küche und kein Mobiliar mehr. „Alles ist rausgerissen worden“, so Schnier. Die Zielvorgaben und Wünsche aus dem Stadtteil dagegen seien recht klar: Die „Perle Woltmershausens“ solle als Ausflugsziel erhalten bleiben. Möglichst rasch solle ein „bunter, einladender, nicht gewinnorientierter Ort der Partizipation“ entstehen, der bereits bestehende Wünsche mittrage, ihn aber auch für neue Zielgruppen, Ältere und Jüngere öffne.

Noch einige offene Fragen

Bis es soweit ist, müssen laut ZZZ noch Fragen der Verkehrssicherheit und die Nutzungsgenehmigung der Innenräume geklärt werden. Bislang genehmigt sei über eine alte Konzession eine temporäre Nutzung als Café. Doch nach und nach könne in den kommenden Wochen eine „Sommeroase im Hafengebiet“ für Anwohner und Besucher“ mit einem vielseitigen künstlerischen Freizeitangebot entstehen. Viel Sommerzeit bleibt den Betreibern nicht. Schnier. „Aber wer weiß? Aus einer Zwischennutzung kann auch etwas Langfristiges entstehen.“

Die Hafengesellschaft Bremenports hatte dem Betreiber der gleichnamigen Gaststätte nach 39 Jahren gekündigt, um das Areal zu modernisieren. Ein Investor hatte im Frühjahr jedoch überraschend abgesagt, seitdem steht die Immobilie leer. Zur Belebung des Areals beitragen soll auch die Weserfähre „Pusdorp“: An Wochenenden und Feiertagen verbindet sie den Eingang zum Neustädter Hafen mit dem Pier 2 in Gröpelingen und dem Molenturm in der Überseestadt (wir berichteten).

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