Jann Kleemeyer ist ein ungewöhnlicher Oldtimersammler / „Du kaufst, ich fahre“

Vorliebe für seltene Italiener

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Jann Kleemeyer zeigt einige Schätze seiner Oldtimersammlung. ·

Bremen - Von Sönke MöhlJann Kleemeyer kann es kaum erwarten, dass die Oldtimermesse „Bremen Classic Motorshow“ am Freitag startet. Der 46-Jährige möchte dort zwei seiner automobilen Schätze präsentieren. Die Organisatoren kennen ihn als einen der Ersten, der kommt und einen der Letzten, der geht. „Das ist gerade wie Vorfreude auf Weihnachten.“

Seine Sammlung umfasst inzwischen ein Dutzend Oldtimer vom VW Käfer bis zum Mercedes SL und passt schon lange nicht mehr in die Garagen auf seinem Grundstück. „Es ist der reine Spaß, die Freude am schönen Design und am Geruch der alten Fahrzeuge“, beschreibt der Unternehmer seine Liebe zur historischen Technik und öffnet das Tor zu seiner kleinen Auto-Wunderwelt.

Der älteste Wagen der Sammlung reckt Neugierigen stolz und makellos seinen Kühler mit dem roten Fiat-Emblem auf der Haube entgegen. Ein 1 200 TV Trasformabile aus dem Jahr 1957. Daneben ein roter

Fiat Ghia 1 500 GT von 1965, von dem nur knapp 850 Stück gebaut wurden. Ein restaurierter VW-Bus Samba, eine 300-SL-Replika und ein VW Käfer, der fast genau den Geburtstag des Sammlers im April 1967 als Erstzulassung hat, vervollständigen den Teil der Sammlung, die Kleemeyer zu Hause hat.

„Schuld hat eigentlich meine Frau“, sagt der Sammler fast wie zur Entschuldigung und lächelt. Seine Leidenschaft für alte Autos habe direkt nach dem Abitur begonnen mit dem Kauf eines Faltdach-Käfers, der damals bereits 24 Jahre auf dem Buckel hatte. Eine richtige Sammlung war nie geplant. Seine damalige Freundin und heutige Frau fand aber ebenfalls Geschmack an Oldtimern. „Du kaufst, ich fahre“, beschreibt Petra Kleemeyer die Arbeitsteilung. Wenn der 46-Jährige ein neues altes Auto ins Visier nimmt und seiner Sammlung hinzufügen möchte, muss schon aus Platzgründen auch mal eins verkauft werden. Doch das ist nicht einfach, weil in mehreren Fällen ein Veto aus der Familie dagegen steht. So gilt es als abgemacht, dass der Lieblingswagen von Tochter Caya, der 67er Käfer, in der Garage bleibt.

Nach einer kurzen Fahrt durch Bremens Südosten öffnet Kleemeyer das Tor einer Scheune. Im Halbdunkel, unter Staubschutzplanen verborgen, stehen hier so ungleiche Gesellen wie ein froschgrüner Renault R 4 Safari von 1976 und ein Mercedes „Heckflosse“ von 1965 nebeneinander. Vorsichtig zieht Kleemeyer die Folie über einen seltenen Italiener. Zum Vorschein kommt eine zeitlose Karosserie mit Doppelscheinwerfern. Den seltenen Siata Fiat von 1962 werde er auf der Messe zeigen und vielleicht verkaufen. „Wenn mir jemand den Preis bietet, den ich mir vorstelle.“

Der 46-Jährige sagt: „Ich habe keinen Plan, ich lasse mich ein bisschen treiben und bevorzuge keine bestimmte Marke.“ Seine Vorliebe für seltene Italiener aber ist erkennbar. · dpa

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