Vorhang auf!

Nach Feuer im Kristallpalast: „Cinestar“ und Geschäfte öffnen wieder

Im „Cinestar“ öffnet sich in Kürze der Vorhang wieder: Erhan Türe und und Sascha Kück vom Kino freuen sich. Foto: KO
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Im „Cinestar“ öffnet sich in Kürze der Vorhang wieder: Erhan Türe (l.) und und Sascha Kück vom Kino freuen sich. 

Es geht wieder los: Nachdem Anfang September ein Feuer in einem technischen Anbau des Kinos „Cinestar“ im Kristallpalast ausgebrochen war, steht für Donnerstag, 7. November, die Wiedereröffnung an. Neben dem Kino nehmen auch Bowlingbahn, „Spiel Coolisse“ und weitere Mieter den Betrieb auf. Trotz der Zwangspause blicken die Betroffenen optimistisch in die Zukunft.

Bremen - Noch ist es ruhig im Foyer des Kristallpalastes. Während zu Stoßzeiten etwa 4000 bis 5000 Menschen in das rund 10.000 Quadratmeter große Gebäude strömen, Filme schauen oder Essen gehen, sind seit zwei Monaten Handwerker im Haus. Ein Feuer, ausgebrochen im Technikanbau des Kinos, legte den Betrieb komplett lahm. Nicht, weil etwa Kinosäle selbst den Flammen zum Opfer fielen, so Volkhard Lammers von der „Cinestar“-Gruppe. Sondern vielmehr, weil durch den Brand die Räume der Elektroinstallation samt Trafostation und Feuermeldeanlage in Mitleidenschaft gezogen wurden.

„Die Leute lieben den Standort“, sagt Jens Nickel, Prokurist bei „Strikee's“.

Cinestar Bremen: Baugerüst bleibt bis Frühjahr 2020

Die dadurch entstandenen Schäden an der Stromversorgung sowie in den Lagerräumen für Leergut und Dekoration hätten es unmöglich gemacht, den Betrieb wie gewohnt fortzusetzen. Mittlerweile seien alle Kabel im Anbau komplett neu verlegt, die Fassadenteile ausgetauscht und Betonböden erneuert worden. Nur noch ein Baugerüst zeugt vom Feuer – dieses soll voraussichtlich bis Frühjahr 2020 vor Ort bleiben.

Vorfreude auf die Wiedereröffnung: Helmut Gabar (v.l.), Geschäftsführer der „Spiel Coolisse“, sowie Leiterin Mandy Küster und Koch Justice Barimah stehen in den Startlöchern.

In den vergangenen Wochen nutzte vor allem das „Cinestar“ die Zeit und sanierte Lüftungsanlagen sowie Kühltechnik und Klimaanlage. In Spitzenzeiten waren bis zu 100 Handwerker aus bis zu 18 Gewerken vor Ort. Insbesondere Reinigungsfirmen hatten kurz nach dem Brand einiges zu tun: So mussten vier Kinosäle sowie Personal- und Verwaltungsräume von Rauchpartikeln grundgereinigt werden. „Das war ein Riesenaufwand“, erinnert sich Lammers. Hinzu kamen vier Projektoren, die in die Grundreinigung mussten.

Wu Zheng, Geschäftsführer vom „Restaurant Crystal“, musste wie seine Kollegen im Kristallpalast rund zwei Monate schließen.

Mieter des Kristallpalastes mussten keine Mitarbeiter entlassen

Trotz der Zwangspause und der damit verbundenen Einnahmeausfälle musste keiner der Mieter Beschäftigte entlassen, berichten die Verantwortlichen. Dazu gehören das „Cinestar“, das Restaurant „Crystal Palace“, die „Spiel Coolisse“ und die Bowlingbahn „Strikee's“ samt Shop und Bar. Knapp 200 Mitarbeiter inklusive Sicherheitspersonal und Haustechnik sind vom Feuer betroffen gewesen. Wie hoch der Schaden ist und wie konkret es zum Feuer kam, sei weiterhin Arbeit von Polizei und Staatsanwaltschaft, so Lammers. Weitere Auskünfte werde es aktuell nicht geben. Der Ausfallschaden im „oberen einstelligen Millionenbereich“ ist nach Schätzung von Helmut Gabar, Geschäftsführer der „Spiel Coolisse“, jedoch höher als der eigentliche Schaden am Gebäude.

Noch ist die Fassade des Technikanbaus von einem Gerüst verhüllt. Dieses wird noch bis voraussichtlich Frühjahr 2020 vor Ort bleiben. Dann sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Brand im Kristallpalast Bremen: Polizei Feuerwehr hätten „einen hervorragenden Job“ gemacht

Trotz der Probleme blicken alle zuversichtlich in die Zukunft. Nicht nur wegen der großen Stammkundschaft, so Jens Nickel, Prokurist bei „Strikee's“, sondern vor allem wegen des entgegengebrachten Verständnisses, freue man sich auf die Wiedereröffnung. „Die Leute lieben den Standort.“ Zudem habe man „Riesenglück gehabt“, betont er: Niemand sei verletzt worden, die Sicherheitstechnik habe „einwandfrei funktioniert“ (Volkhard Lammers). Der Wind stand so günstig, dass der Qualm vom Gebäude wegzog und nicht ins Innere gedrückt wurde. Außerdem, das sagen alle Betroffenen, hätten Polizei und die rund 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr „einen hervorragenden Job“ gemacht.

Am 2. September brannte nicht nur der Anbau am Kristallpalast, auch ein Großbrand in der Straße Zum Sebaldsbrücker Bahnhof hielt die Feuerwehr in Atem. Eine etwa 5000 Quadratmeter große Lagerhalle auf dem Könecke-Gelände im Stadtteil Hemelingen brannte aus. Mehr als 300 Einsatzkräfte waren vor Ort. Zwei Personen wurden leicht verletzt. Zudem loderte in der Nacht zum 2. September ein Kunstobjekt vor der Bremer Kunsthalle. In diesem Fall geht die Polizei von Brandstiftung aus.

Elf Säle, 3300 Plätze 

Der Kristallpalast am Weserpark öffnet offiziell am Donnerstag, 7. November, wieder seine Pforten. Bereits ab Dienstag, 5. November, sind Tickets fürs Kino „Cinestar“ reservierbar. Filme, die vor kurzem erst angelaufen sind und durch den Brand nicht gezeigt werden konnten, werden zum Teil ins Programm genommen. 

Die Geschäfte im Kristallpalast warten am Eröffnungstag und darüberhinaus mit Sonderaktionen und Gewinnspielen auf, hieß es. Größter Mieter im Kristallpalast ist das „Cinestar“, das größte Kino Bremens mit elf Sälen und 3300 Plätzen. Weitere Mieter sind die Bowlingbahn „Strikee´s“ samt Shop, Sportsbar und Virtual Reality Center, das asiatische Restaurant „Crystal Palace“, die „Spiel Coolisse“, der Imbiss „Subway und die Kita Weserpark.

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