Vonda Shepard gastiert im „Modernes“

Seelensuche im Nebel

Vonda Shepard im „Modernes“. - Foto: Photoka

Bremen - Von Ralf Sussek. Die erste Silbe ist noch nicht gesungen, da umhüllt schon Kunstnebel Vonda Shepard im „Modernes“. Und der lässt die Künstlerin den ganzen Abend nicht los, kriecht von der rechten Seite unübersehbar über die Bühne, bevor er den Lichtkegeln eine Kontur verpasst. Ein bisschen fühlt man sich in eine Bühnenshow vor 30 Jahren zurückversetzt.

Vonda Shepard ist, Verzeihung, war die Barpianistin und Sängerin in der US-Fernsehserie „Ally McBeal“. Das Leben der quiekigen Anwältin innerhalb der Kanzlei spielte sich an zwei unvergesslichen Orten ab: in der Unisex-Toilette und in der „Martini Bar“ unterhalb der Kanzlei, wo eben Vonda Shepard auftrat. Die Erfolgsserie lief vor 15 Jahren auf dem Privatsender Vox.

Im Juni 2002 beehrte Shepard auch Bremen, und, so viel scheint sicher, bei diesem Auftritt seinerzeit im Pier 2 waren auch all die, die nun am Mittwoch im „Modernes“ sind. Ursprünglich sollte das Konzert im Musicaltheater stattfinden, doch 15 Jahre sind eine lange Zeit, und musikalisch so richtig präsent war Vonda Shepard nach „Ally McBeal“ in Deutschland nicht. Auf ihre Frage, wer ihre neueste Platte („Rookie“) kenne, gehen nicht mehr als fünf Hände in die Höhe. Und so singt sie hier, im „Modernes“, gerade einmal „for fourhundred Germans“.

Es ist der Auftakt für ihre „Soul-, Funk- and Heartbreak-Tour“ in Deutschland, und der hat ein bisschen was von einer Generalprobe. Unübersehbar schaut Shepard regelmäßig auf ihre Playlist, die auf dem Flügel liegt, die Abstimmung mit den Band-Kollegen hat anfangs ordentlich Luft nach oben, Shepards Gitarre muss vor einem Song noch gestimmt werden und so manchen rechten Ton verfehlt die Sängerin auch.

Davon können auch die acht Leuchtwürfel über der Bühne oder die zwei großen Discokugeln an der Längsseiten nicht ablenken. Auf grünen Kunststoffstühlen will keine rechte Atmosphäre wie in der „Martini Bar“ aufkommen. Na, dann wenigstens Soul? Oder Funk? Die ersten, neuen Songs werden schon mehr als freundlich beklatscht, einzelne Jubelrufe dazwischen sorgen für eine euphorische Vonda Shepard. Sie postete noch in der Nacht auf ihrer Internetseite ihr Glück: „Hi there!! We made it to Bremen!! Can’t wait to play tomorrow night ... I’m about to go to sleep and rest up for the next couple of weeks here in wonderful Germany! We’re so happy to be here ... Peace, Vonda“.

Vonda Shepard gastiert im „Modernes“

Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“ © photoka
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“ © photoka
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“ © photoka
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
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Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
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Vonda Shepard gastiert im „Modernes“ © photoka
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Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
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Vonda Shepard gastiert im „Modernes“ © photoka
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“
Vonda Shepard gastiert im „Modernes“ © photoka

Das Publikum wird glücklicher, als Vonda Shepard aus „Ally McBeal“ bekannte Songs einstreut, die Titelmelodie „Searchin’ My Soul“, „I Only Want to be with You“ oder „It’s in His Kiss“ („Shoop Shoop Song“). Da hat sich die Kalifornierin warmgespielt, und dem Publikum wird warm ums Herz. Zeit für Herzensbrecher: „Wenn du jemandem einen Heiratsantrag machen möchtest, das ist der Moment“, sagt Shepard und spielt das herzzerreißende „You Belong to Me“. Und man sieht „Ally“ im Geist einsam durch strömenden Regen laufen. Da ist dann endlich auch der Nebel vergessen.

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