Arbeitsmigration

Bremer dreht Doku über türkische Arbeiterinnen bei Hachez

Aus der Türkei in die Bremer Neustadt: Die Arbeiterinnen Binnaz Kaya, Hayat Demirkapi und andere bei Hachez. Das
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Aus der Türkei in die Bremer Neustadt: Die Arbeiterinnen Binnaz Kaya, Hayat Demirkapi und andere bei Hachez. Das

Bremen – Die Fläche ist ein Herzstück der Neustadt, sie liegt zugleich ganz nah an der Innenstadt . Auf dem Hachez-Areal an der Westerstraße soll eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe entstehen. Bremen und der dänische Süßwarenhersteller Toms, zu dem Hachez inzwischen gehört, entwickeln die 1,1 Hektar große Fläche gemeinsam.

Das ist die Zukunft. Doch die Vergangenheit – sprich: die Schokoladenproduktion an diesem Ort – ist nicht vergessen. Mit ihr beschäftigt sich jetzt zum Beispiel der Bremer Filmemacher Orhan Calisir. Am Beispiel der Schokoladen- und Pralinenfabrik in der Bremer Neustadt will er von Aspekten der Arbeitsmigration erzählen. Er realisiert sein Filmprojekt „Die Frauen aus der Schokoladenfabrik“ mit der Hilfe des Stipendienprogramms des Kulturressorts.

„Es wird relativ viel über die Männer erzählt, die als Folge der Arbeitsimmigration aus der Türkei nach Deutschland gekommen sind, aber sehr wenig über die Frauen, die diesen Weg ebenfalls als sehr junge Menschen eingeschlagen haben“, so Calisir, der in der Türkei aufgewachsen ist und in Bremen studiert hat. „Von den 900 000 Menschen, die zwischen 1961 und 1973 durch das Anwerbeabkommen aus der Türkei nach Deutschland kamen, waren immerhin rund 150 000 Frauen.“

Familien leben in dritter Generation in Bremen

Calisirs Film „Die Frauen aus der Schokoladenfabrik“ schildert die Geschichte türkischer Frauen, die in der Türkei Anfang der 70 Jahre vom deutschen Arbeitsamt angeworben wurden, um in der Bremer Neustadt bei Hachez zu arbeiten. Wollten die Frauen ursprünglich nur zwei oder vier Jahre bleiben, sind sie häufig für immer in Deutschland geblieben. Ihre Familien leben nun schon in der dritten Generation in Bremen. „Mit Rückblenden und Archivmaterial möchte ich ihren Weg rekonstruieren, der sie damals über das türkische Arbeitsamt im Istanbuler Stadtteil Tophane nach Bremen-Neustadt heute führte“, so Orhan Calisir.

Förderpreis und Stipendienprogramm

Für sein Projekt hat er im vergangenen Jahr den Bremer Dokumentarfilmförderpreis bekommen, den das Ressort und das Bremer Filmbüro zum nunmehr 20. Mal als Recherchepreis ausgelobt hatten. Dank des Stipendienprogramms geht es nach Abschluss der Recherchen nun an die Umsetzung.

„Der Film soll die Geschichten dieser Frauen schildern, die ganz alleine in eine fremde Welt kamen, ohne die Sprache oder die Mentalität des Gastlandes zu kennen, und letztendlich doch hier Wurzeln schlugen“, so ein Ressortsprecher.

Das Ressort hatte sich dafür eingesetzt, das Stipendienprogramm wegen der Verschärfung der Pandemie erneut auszuweiten. Ziel ist es, so Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz, „noch einmal 150 Stipendien mit einer Förderung von jeweils 7 000 Euro“ zu vergeben. „Darüber bin ich sehr froh“, sagt die Sozialdemokratin. Anträge können ab Mai eingereicht werden.

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