Volle Energie voraus

Max Giesinger beendet sein Tour-Jahr in Tuchfühlung mit Bremer Fans

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Vor gutgefülltem Haus im Pier 2 hat Max Giesinger am Dienstagabend sein Tour-Jahr beendet. Er begeisterte die rund 2000 Fans mit einer energiegeladenen Show.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Der Dienstagabend beginnt energiegeladen. Eine in blaues Licht getauchte Leinwand bedeckt die Bühne und zeigt Max Giesinger an einer Haltestelle. Keyboards und Gitarren spielen ein sphärisches Intro. Grelles Licht durchbricht die Stimmung zu donnernden Schlagzeugattacken. Ein Spot wird durch den Stoff auf den Frontmann gerichtet. Das Tuch saust hinab. Giesinger steht mit E-Gitarre vor seinen Fans. Der erste Song „Roulette“, auch Namensgeber der Tour, erklingt im gut gefüllten Pier 2.

„Das ist in vielerlei Hinsicht ein großer Abend. Das ist die letzte Show von 150 in diesem Jahr. Wir wollen das nochmal richtig genießen“, sagt Giesinger und fügt dann noch etwas hinzu, was die Fans aus Bremen und um zu sicher gerne hören. Bremen scheint für den Songwriter eine besondere Adresse zu sein: „Vor vier Jahren waren wir hier im Lagerhaus. Im vergangenen Jahr waren wir auf der ,Breminale' und vor einem Jahr im ,Modernes‘. Jetzt sind wir im Pier 2, ein richtig großer Laden. Das ist, was ich wollte.“

Schon kurz nach Konzertbeginn mitten im Song „Kalifornien“ läuft Giesinger weit ins Publikum. Dabei geht der nicht unbedingt großgewachsene Sänger etwas unter. „Hallo! Ich bin die Hand hier!“, erklingt seine Stimme über die Anlage. In der Menschenmenge winkt eine Hand. Doch etwas anderes fällt weitaus mehr ins Auge: Um Giesinger herum entsteht ein Kreis aus erhobenen Armen mit Handys in der Hand, allesamt auf Filmfunktion geschaltet.

Giesinger sprudelt vor Energie

Giesinger bestellt einen Disco-Groove bei seiner Band und bittet die Leute, ein bisschen mitzutanzen. Das macht er vor. Der Tanz breitet sich rasant aus. Zurück auf der Bühne, beendet er das Geschehen mit dem Schluss von „Kalifornien“. Giesinger hält seine Fans fit: „Ich brauche alle Hände bis hinten durch.“ Das Publikum macht mit und klatscht eifrig zum Beginn von „Wenn sie tanzt“. Doch es wird noch anstrengender für die Gäste. „Könntet Ihr kurz alle runter in die Knie gehen?“ Das Publikum macht auch das. Der Sänger zeigt noch mehr: einmal die Arme links und rechts platzieren, dann ist alles bereit für den Beginn des letzten Refrains. Die Gäste springen auf und klatschen über dem Kopf in die Hände. Ein Stimmungshöhepunkt.

Drei Songs sind vorbei. „Ich war nach drei Songs noch nie so fertig. Es geht langsam auf die 30 zu“, sagt Giesinger. In Anbetracht der sehr agilen Bühnenshow des 29-Jährigen war das aber wohl eher ein Scherz, auch wenn er manchmal leichte Schmerzen in Höhe der Lenden hat, wie er sagt. Immer wieder geht er ins Publikum. Einmal klettert er über die Absperrung. Er nutzt zudem die ganze Breite der Bühne. Giesinger sprudelt vor Energie.

Das Publikum wird zum Chor

„Ich hätte mir keinen schöneren Tour-Abschluss vorstellen können, als hier mit Euch“, sagt er nach knapp zwei Stunden Konzert. Die Gäste bekommen aber noch eine stimmungsvolle Zugabe: „Einer von 80 Millionen“. Danach bittet er vier Fans, Mädchen und Frauen aus dem Publikum, auf die Bühne. Sie sollen sein Backgroundchor werden. Sie dürfen den Song aussuchen: „My heart will go on“ von Celine Dion oder doch noch mal „80 Millionen“. Die Wahl fällt eindeutig und sofort auf letzteren. Giesinger setzt auf radikalen Unplugged-Sound. Akustik-Gitarre, Gesang, keine Verstärkeranlage. Das Publikum muss still sein. Die ganze Band singt mit.

Max Giesinger im Pier 2

Giesinger stellt sich hinter die vier Sängerinnen aus dem Publikum. Leise und filigran, aber sehr gut hörbar dringt der Chor durch die Halle. Dann fordert Giesinger den Rollentausch von den Besuchern: „Jetzt seid Ihr unser Chor und wir Euer Publikum.“ Das Publikum enttäuscht seinen Star nicht: Alle Töne sitzen.

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