Bauhauptgewerbe beklagt Fachkräftemangel 

Volle Auftragsbücher, wenig Nachwuchs

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Volle Auftragsbücher: Das Bremer Bauhauptgewerbe profitiert von Neubaugebieten wie der „Gartenstadt Werdersee“.

Bremen – Die Auftragsbücher sind voll, die Unternehmen arbeiten an der Kapazitätsgrenze. 2019 war „ein gutes Jahr“ für das bremische Bauhauptgewerbe. „Das Baugewerbe hat der allgemeinen Konjunktur getrotzt und sich im auslaufenden Jahr erneut gut behauptet“, sagte der Vorsitzende des Verbandes Baugewerblicher Unternehmer im Lande Bremen, Lars Obermeyer.

Auch für 2020 erwartet Obermeyer eine weiterhin hohe Baunachfrage. „Die Auftragsbücher sind bereits zum Jahreswechsel bei vielen Betrieben mit ersten Aufträgen gefüllt. Die Nachfrage bleibt spürbar“, so Obermeyer. Für die Betriebe sei das erfreulich. Allerdings stehe das Baugewerbe dadurch auch 2020 weiterhin vor großen Herausforderungen. Obermeyer: „Der Fachkräftemangel und das Fehlen qualifizierten Nachwuchses bleibt ein wesentlicher Engpass, der die Unternehmen weiterhin hemmen wird.“

Die Zahl der Auszubildenden im Bauhauptgewerbe ist im Jahr 2019 im Vorjahresvergleich um 15 auf insgesamt 116 Auszubildende gestiegen. „Leider haben unsere Betriebe häufig Probleme, geeigneten Nachwuchs zu finden“, so der Verbandsvorsitzende. Das Baugewerbe kämpfe weiterhin gegen ein negatives Image. Der Verband überlege sich daher ständig, wie man die Attraktivität der Bauberufe besser kommunizieren könne.

Auch die Politik sei gefordert. Sie müsse dafür sorgen, die Ausbildungsreife von Schulabsolventen deutlich zu steigern. Betriebe könnten es im Rahmen einer Ausbildung nicht ausgleichen, wenn junge Menschen nach dem Schulbesuch noch erhebliche Defizite in den Grundfertigkeiten haben. Obermeyer: „Der schlecht qualifizierte Mitarbeiter, der schwere Zementsäcke von links nach rechts trägt, ist im Baugewerbe nicht mehr gefragt. Nicht zuletzt durch die Digitalisierung wandeln sich die Berufsbilder aber auch in unserer Branche erheblich.“

Mit Blick auf die in diesem Jahr bevorstehenden Tarifverhandlungen mahnt der Verband zu maßvollen Tarifabschlüssen im Baugewerbe. Zuletzt hatte es im Jahr 2018 eine sehr deutliche Gehaltsanpassung von fast sechs Prozent sowie zusätzliche Einmalzahlungen gegeben. Diese Lohnsteigerungen haben die Betriebe erstmal verdauen müssen. Steigende Löhne und steigende Materialkosten seien wesentliche Treiber für anziehende Preise am Bau. Obermeyer: „Es ist nicht so, dass durch die höhere Auslastung goldene Zeiten für Unternehmen angebrochen sind.“ Die Umsatzrendite der Unternehmen bleibe jedoch stabil.

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