Mit schwarzen Zahlen durch die Krise: BLG Logistics Group legt Bilanz für das Geschäftsjahr 2009 vor

„Voll in die Häfen, leer raus“

Containerterminal Bremerhaven – bei Nacht gesehen, aufgenommen in diesem Frühjahr.

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Ein halbierter Mazda steht im Foyer der BLG Logistics Group am Präsident-Kennedy-Platz. Sinnbild der Krise? Nein, dann hätte sich der Vorstand gestern nicht in der halben Limousine fotografieren lassen.

Eher ein Sinnbild für Einfallsreichtum. Den braucht ein Unternehmen in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen ja. Das ursprünglich stark beschädigte Auto haben Auszubildende der BLG Autotec repariert. Dann folgte der Querschnitt – der Länge nach. Das Innenleben – Kabel, Leitungen, Verbindungen – wurde auf die noch komplette Seite verlegt. Ergebnis ist ein spektakuläres Ausstellungsstück, das auch fahrbereit ist. Nur mit einer Straßenzulassung dürfte es Probleme geben.

Apropos: Probleme gab es viele im vergangenen Jahr, für das BLG-Vorstandschef Detthold Aden und seine Vorstandskollegen gestern die Bilanz vorlegten. Das – so die Formulierung – „gewohnte alljährliche Rekordergebnis“ konnte Aden erwartungsgemäß nicht präsentieren. Die Krise traf die Seehäfen hart – und damit die „hafenorientierten“, aber keineswegs nur auf Häfen fixierten Logistiker von der BLG ganz besonders.

Aden: „Unsere Umsatzerlöse gingen um 15 Prozent auf 818,5 Millionen Euro zurück, und das Vorsteuerergebnis schrumpfte in der Krise um 80 Prozent auf 16,5 Millionen Euro. Und das ist völlig unbefriedigend.“ Rekorde machen mehr Freude.

Vorstand und Aufsichtsrat werden der BLG-Hauptversammlung am 3. Juni vorschlagen, den 2009er-Bilanzgewinn der Aktiengesellschaft – in Höhe von 960 000 Euro – zur Ausschüttung einer Dividende von 25 Cent pro Aktie (2008: 40 Cent) zu verwenden. „Das entspricht einer Dividende von zehn Prozent“, sagte Aden. Das Krisenjahr 2009 mit schwarzen Zahlen abzuschließen, sei „ein Kraftakt“ gewesen, der „allein mit Sparmaßnahmen und hartem Kostenmanagement nicht zu schaffen war“. Aden: „Dies hat auch auf der Personalseite viele Zugeständnisse gefordert.“

Für 2009 und 2010 konnte die BLG „alle Stammarbeitsplätze“ sichern. Der Preis dafür war, dass der Gesamthafenbetriebsverein „als Personaldienstleister in den Seehäfen erheblich Personal abbauen“ musste. Kritik gab es an der BLG-Forderung nach einer neuen Lohngruppe für die Fahrer in den Autoterminals. Inzwischen einigte man sich hier auf einen Grundlohn von 10,90 Euro. Zum 31. Dezember 2009 hatte der BLG-Konzern knapp 5 900 Mitarbeiter, ein Jahr zuvor waren es gut 6 400 gewesen.

Und 2010? Die Entwicklungen sind uneindeutig. „Voll fahren wir in die Häfen rein und leer wieder raus“, hieß es gestern. Aden: „Der Autoexport in Bremerhaven boomt geradezu.“ 258 000 Fahrzeuge seien es im ersten Quartal gewesen – 60 Prozent mehr als im besonders schwachen ersten Quartal 2009. „Andererseits“, so Aden weiter, „lagen die Importe noch einmal unter dem Niveau des Vorjahres. Das extreme Missverhältnis zwischen Exporten und Importen ist für die Autodrehscheibe Bremerhaven negativ.“ Zudem gebe es an den Exportfahrzeugen „kaum technische Dienstleistungen und damit keine zusätzliche Wertschöpfung“.

WWW.

blg.de

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