OP-Zentrum in Betrieb genommen

Nach Umzug und Neubau: Klinikum Mitte voll in Betrieb

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„Alles ok“ – zwei Mitarbeiterinnen aus dem OP-Pflegeteam des Klinikums Mitte.

Die Klinikholding Gesundheit Nord (Geno) kämpft mit einem zweistelligen Millionenloch im Etat. Doch in Sachen Neubau am Klinikum Mitte läuft's. Inzwischen ist das neue OP-Zentrum komplett in Betrieb. Nur wenige Tage nach der ersten Operation im Neubau werden nun alle 16 Säle genutzt. Auch die Notfälle werden jetzt im neuen OP-Zentrum operiert.

Bremen – Die Chefin der Klinik-Gesellschaft, Jutta Dernedde, kostet die Finanzmisere der Geno den Job. Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke) hat die 59-Jährige am Freitag freigestellt. Damit erlebt Dernedde aktiv als Geschäftsführerin nicht mehr mit, wie sich das Krankenhausleben im Mitte-Neubau entwickelt. Auch hier hat es in den vergangenen Jahren jede Menge Schwierigkeiten gegeben. 

Die Arbeiten verzögerten sich, damit der Umzug. Dafür stiegen die ursprünglich geplanten Kosten von 230 auf 400 Millionen Euro. Im Frühjahr zogen die ersten Patienten vom Alt- in den Neubau. Seitdem geht es Schlag auf Schlag. Jetzt ist das neue OP-Zentrum voll in Betrieb. Nicht nur die geplanten Eingriffe der verschiedenen Chirurgie-Abteilungen wie Allgemein- und Viszeralchirurgie, Unfallchirurgie und Orthopädie, Gefäßchirurgie, Neurochirurgie, HNO-Chirurgie sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie finden hier statt, sondern auch die Notfälle werden mittlerweile im neuen OP-Zentrum operiert, wie Geno-Sprecher Timo Sczuplinski sagt.

Blick in die neue Eingangshalle des Klinikums Mitte: Haus 3 ist das Kerngebäude des Neubaus, in dem die Stationen und Ambulanzen zu finden sind.

Noch im Körper wird die Gallenblase verpackt. Mit feinen OP-Instrumenten, die durch winzige Schnitte in den Bauchraum ragen, hat Prof. Dr. Hüseyin Bektas sie kurz zuvor erst abgetrennt. Nun wird die Gallenblase mit kleinen Greifern, den verlängerten Armen des Operateurs, in einen kleinen Plastikbeutel bugsiert und aus dem Körper gezogen. Der Patient wird genäht – das war's, die erste Bauch-OP im Neubau ist erfolgreich beendet.

Das ist jetzt ein paar Tage her. Inzwischen herrscht Hochbetrieb in allen 16 Sälen. Vorbei ist die Übergangszeit im alten OP-Zentrum. Auch der 24-Stunden-Aufwachraum befindet sich nun ausschließlich im Neubau. Bektas ist mit den Bedingungen für die Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie „sehr zufrieden“. Gerade für die ersten OPs habe man sich in den gewohnten OP-Teams zusammengefunden, um möglichst viele Konstanten im neuen Umfeld zu schaffen. „Aber sobald man den OP-Saal betritt, funktioniert man als Chirurg, egal in welchem OP man steht“, betont er. Sein Kollege Prof. Dr. Michael Paul Hahn (Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie) hebt hervor, dass die Patientensicherheit immer an erster Stelle stehe. Wenn diese nicht 100-prozentig gewährleistet gewesen wäre, hätte man den OP-Betrieb nicht begonnen, sagt Hahn.

Auch Klaus Beekmann, Geschäftsführer für Infrastruktur und Technologien der Gesundheit Nord, zieht ein positives Fazit: „Der komplette OP-Betrieb ist binnen einer Woche und bei laufendem Krankenhausbetrieb umgezogen. Wir können da wirklich sehr zufrieden sein, wie gut und schnell das gelaufen ist. Ein großes Kompliment an das gesamte Krankenhausteam.“ Das neue Krankenhaus an der St.-Jürgen-Straße/Bismarckstraße bietet neben den 16 Sälen im OP-Zentrum insgesamt 818 Betten, von denen mehr als 600 jetzt in Betrieb sind, erzählt Sczuplinski. Im Klinikum Mitte arbeiten etwa 2700 Menschen in den Bereichen Medizin, Pflege und Therapie sowie in Technik, Verwaltung, Reinigung und Verpflegung.

Das alte Bettenhaus, noch vor kurzem Hotspot mit den chirurgischen Disziplinen, Intensivmedizin und Anästhesiologie, ist fast leergefegt. Ebenso der Modulbau, der als Ausweichfläche während der Bauzeit des neuen Klinik-Gebäudes diente. „Mit der Chirurgie, Anästhesie und der Intensivmedizin war in der zweiten Umzugsphase gewissermaßen das Herz des Klinikums binnen weniger Tage in den Neubau verpflanzt worden“, so Geno-Sprecher Sczuplinski.

Der Umzug des Krankenhauses ist damit aber noch nicht beendet. Mit der Augenklinik, der Urologie und der Frauenklinik stehen in den kommenden Monaten weitere Umzüge an, bis die Klinik 2020 komplett umgezogen sein wird.

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