Volksfest-Werbung: Schausteller ärgern sich über den Marketingbeirat

Die Köche und der Brei

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Besucher amüsieren sich auf der Osterwiese, die von den Schaustellern gern als „Familienfest“ bezeichnet wird. Um Marketing und Werbung für das Volksfest gibt es jetzt Diskussionen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wie gut funktioniert das neue Marketingkonzept für die Bremer Volksfeste? Darüber diskutierten dieser Tage Schausteller mit Vertretern von SPD und Innenressort. Es gab und gibt einigen Redebedarf.

„Wir haben die Eröffnungsveranstaltung für den Freimarkt erheblich verbessert. Neue Plakate gibt es schon. Nun sind wir dabei, für den Freimarkt einen neuen, frischen Internetauftritt zu konzipieren“, sagt Klaus Sondergeld, einer der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB). Und: „Aus unserer Sicht ist die Kooperation sehr gut angelaufen.“

Früher hatten die Schaustellerverbände das Volksfest-Marketing über die Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte selbst organisiert. Seit für die auch überregional (und damit: touristisch) attraktiven Bremer Märkte – eben: Osterwiese, Freimarkt und Weihnachtsmarkt – unter der Regie des Standortmarketings der WFB geworben wird, gibt es auch einen Marketingbeirat. Und genau der sorgt bei den Schaustellerverbänden bisweilen für Stirnrunzeln.

„Viele Köche verderben den Brei.“ An dieses Sprichwort erinnert Rudi Robrahn, Vorsitzender des Bremer Schaustellerverbands, wenn er vom Marketingbeirat spricht. In dem Beirat sitzen nicht nur Schausteller, sondern auch die Bremer Touristik-Zentrale und der Großmarkt, die Einzelhändlervereinigung City-Initiative und die Handelskammer. Mit denen aber möchten die Schausteller nicht über alles reden.

„Wenn wir über Standplätze auf dem Weihnachtsmarkt reden mit Institutionen, die da nichts mit zu tun haben, dann grummelt uns ein wenig der Magen“, sagt Verbandsvertreterin Susanne Keuneke. Zumal am Ende der Sitzung Beschlüsse aufgeschrieben worden seien.

Und es geht ja durchaus um entscheidende Fragen. Was ändert sich für die Märkte am Domshof und zwischen Rathaus und Landesbank, wenn der Landesbank-Neubau fertig und der Bauzaun verschwunden ist?

„Wir haben nichts davon, wenn der Unmut so groß wird“, sagt Sükrü Senkal, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Er regt eine „Evaluierung“ in der Innendeputation an. Auch zu der Frage, ob das Gremium zu groß ist.

Rolf Herderhorst, Geschäftsführer des Vereins der Schausteller und Marktkaufleute, ärgert sich besonders über den Einzelhandel. „Der Einzelhandel profitiert erheblich vom Weihnachtsmarkt, weigert sich aber, kleine Plakate ins Schaufenster zu hängen.“

Auch für die Reduzierung der Gruppen beim traditionellen Freimarktsumzug habe er kein Verständnis. „Wir sind nicht gut beraten, den nur mit Rücksicht auf den Einzelhandel zu reduzieren.“

Für Diskussionsstoff sorgt indes nicht allein das Thema „Marketing“, sondern auch das Thema „Sicherheit“. Der Nordausgang des Bremer Hauptbahnhofs, der zum Volksfest-Areal Bürgerweide führt, gilt mit seinen elektrischen Türen als „Nadelöhr“ (Senkal). „Da muss was getan werden, das täte auch dem Bahnhof gut“, so Robrahn. Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) sagt ohnehin: „Wenn ich diesen Bahnhof sehe, komme ich in die Krise.“

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