Volksbund lässt „Musikschau der Nationen“ 2017 „schweren Herzens“ auslaufen

Das Ende einer Institution

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Die „Czech Army Central Band“ formiert sich zum Vorspielen in der Innenstadt. Die Militärmusiker aus Prag zählen zu den sechs Orchestern, die ab Freitag bei der „Musikschau der Nationen“ in der Stadthalle (ÖVB-Arena) dabei sind.

Bremen - Von Jörg Esser. Zweimal noch. Zweimal noch soll „ordentlich gefeiert werden“, sagt Isa Nolle, die Geschäftsführerin des Bremer Landesverbands im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. 2017 ist Schluss. Dann steigt die letzte „Musikschau der Nationen“ in Bremen. Es ist das Ende einer Institution.

Die Entscheidung sei ihr nicht leicht gefallen, sagt Nolle. Sie und der Vorstand haben diese „schweren Herzens“ getroffen. Und das ist keine Sprechblase – Isa Nolles Vater Siegfried Falke hat die „Musikschau“ 1965 aus der Taufe gehoben. 1989 übernahm dann Rolf Reimers, den Isa Nolle später heiratete, das Zepter. Und seit Reimers’ Pensionierung 2013 ist Nolle selbst die Organisatorin des internationalen Blasmusikfestivals. Für Isa Nolle steht trotzdem fest: „Es ist der richtige Zeitpunkt aufzuhören.“

Die Organisation des Benefizveranstaltung sei ein Fulltime-Job, der immer schwieriger werde. Und für den Umgang vor allem mit den Spendengeldern trage sie eine „unglaubliche Verantwortung“. Auch der Finanzrahmen sei eng gestrickt. Schon wenn eine Band mit einigen Kilo Übergepäck anreise, dann droht ein Loch in der Kasse. „Um solche Risiken abzudecken, müssten wir die Zuschauerzahlen dauerhaft steigern.“ Nolle: „Das gelingt uns nicht.“ Zu den fünf Veranstaltungen kamen zuletzt insgesamt 13000 Gäste. „Die Zahlen sind konstant“, bestätigt auch Stadthallen-Chef Peter Rengel. „Vor allem bei den Freitagsveranstaltungen ist noch Luft nach oben.“ Die Besucherentwicklung ist laut Nolle „ein Punkt, auf den wir geschaut haben“. Entscheidender Faktor sei aber die Neuausrichtung des Volksbunds, die vom seit Oktober 2013 amtierenden Bundesvorsitzenden Markus Meckel (letzter Außenminister der DDR) vorangetrieben werde. Isa Nolle sagt: „Wir stellen uns inhaltlich neu auf, bündeln unsere Kräfte und kümmern uns künftig noch intensiver um eine unserer Hauptaufgaben: Der historisch-politischen Bildung junger Menschen im Bereich der Kriegsgräberfürsorge und Gedenkkultur.“ So arbeitet seit rund einem Jahr mit Anke Bittgen eine Historikerin als Bildungsreferentin beim Volksbund in Bremen und ist damit eine von nur drei hauptamtlichen Mitarbeitern.

Das Ende naht. Und der Endspurt beginnt – zunächst für die 52. „Musikschau der Nationen“. Von Freitag, 29. Januar, bis Sonntag, 31. Januar, stehen in der ÖVB-Arena fünf Veranstaltungen auf dem Programm. Mit dabei ist die „Czech Army Central Band“ aus Prag. Die tschechischen Musiker zogen gestern vom Domshof durch die Domshof- und Katharinenpassage und gaben den Bremern dabei einen Vorgeschmack auf das Blasmusikspektakel. Sechs Orchester sind in diesem Jahr dabei – und Anthony Fallons irische Stepptanzformation.

Und 2017 (27. bis 29. Januar) will Isa Nolle nochmal „ein Fass aufmachen“. Sie verspricht eine große Abschiedsparty. Und danach wird der Volksbund womöglich mit anderen, kleineren Musikformaten weitermachen. „Ideen gibt es genug.“

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