Volksbank: Teilabriss an der Domsheide

Hauptquartier mit Lounge

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Vorstandschef Ulf Brothuhn (l.) und Vorstand Detlev Herrmann.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Es ist unser Hauptquartier“, sagt Ulf Brothuhn, Vorstandsvorsitzender der Bremischen Volksbank. Und dieses Hauptquartier, das verändert sich jetzt tüchtig. Gestern begann der Teilabriss der früheren Kassenhalle. Die Bankzentrale an der Domsheide – im Herzen Bremens – bekommt ein ganz neues Gesicht.

Das „Hauptquartier“, es besteht gewissermaßen aus zwei Teilen. Es gibt den „Ursprungsbau“ von 1962/63, „Hochhaus“ genannt – eine Arbeit des Bremer Architekten Carsten Schröck (1923 bis 1973), der unter anderem verschiedene bremische Nachkriegs-Kirchenbauten, das „Kaffeehaus am Emmasee“ und die Jugendherberge geplant hat. Das „Hochhaus“ wird energetisch kernsaniert. Die ersten Geschosse sind bereits fertig, die restlichen sollen es im April oder Mai sein.

Im „Hochhaus“ bringt die Volksbank ihre Abteilungen unter. Vor dem Schröck-Bau steht ein Anbau aus den 80ern – die frühere Kassenhalle. Sie wird teilweise abgerissen. Der neue Anbau entsteht in der Regie des Architekturbüros Max Dudler, in Bremen unter anderem durch das Eckhaus Herdentor/Bahnhofstraße und die Pläne für die Neubauten am Bahnhofsplatz bekannt. Der neue Anbau soll besser zur Optik des Schröck-Baus passen und sich zugleich in die Nachbarschaft an der Domsheide einfügen, und die ist ziemlich vielfältig – Glocke, Kaiserliche Post, Kirkeby-Turm.

„Die neuen Kundenhalle wird L-förmig sein“, sagt Vorstandschef Brothuhn. Barrierefrei – und nicht mehr nur über eine Treppe – zu erreichen und mit einer Lounge für die Mitglieder der Genossenschaftsbank. Auch eine Bäckerei zieht mit ein, so Brothuhn und sein Vorstandskollege Detlev Herrmann.

Los geht‘s! Gestern Vormittag begann er, der Teilabriss des Volksbank-Gebäudes an der Domsheide.

Zur Balgebrückstraße hin (Blickrichtung: Kirkeby-Turm) wird der neue Anbau etwas schmaler ausfallen als der bisherige; der Gehweg wird hier also breiter. Dafür „wächst“ das Bauwerk ein wenig zur Domsheiden-Seite (Blickrichtung: Konzerthaus Glocke).

Der neue Kundenbereich soll im Spätsommer (oder im frühen Herbst) fertig werden. Im Dezember – zum 90. Jahrestag der Bank-Gründung – dürfte dann auch alles eingerichtet und in Betrieb sein. Bedauert wurden gestern am Rande des Teilabriss-Auftakts „vier Monate Verzögerung“, weil vor und nach der Bürgerschaftswahl auf Genehmigungen länger gewartet werden musste, als es sonst offenbar üblich ist.

100 Mitarbeiter und sämtliche Abteilungen unter einem Dach, dazu ein Kundengeschäft, das nicht nur via Internet abgewickelt wird, sondern eben „auch physisch“ – dafür investiert die Bremische Volksbank nach Brothuhns Angaben etwa sechs Millionen Euro. Im „Hochhaus“-Bereich übrigens so, dass die Etagen auch anderweitig genutzt werden könnten. Brothuhn: „Wie Bankverwaltung in zehn Jahren aussehen wird, kann niemand vorhersagen.“

Brothuhn sprach von einer Investition „mit Augenmaß“, die „auf die Belange der Stadt“ und des öffentlichen Raums Rücksicht nehme. Wer mag, kann in diesen Worten einen Beitrag zur Diskussion um den umstrittenen Kühne-und-Nagel-Neubau sehen, der ohne Architekturwettbewerb durchgeboxt worden ist.

Auch die Volksbank hatte ursprünglich einen Neubau geplant – sieben Geschosse an der Domsheide, mit der Bank als Ankermieter; der Entwurf das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs.

Dann dachte man um – kein Verkauf, lieber im eigenen Haus bleiben. Und mit einem Teilabriss etwas ganz Neues schaffen.

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