Inbetriebnahme für Anfang 2023 geplant

Bremen: Anbaggern für den Fernbusbahnhof

Ein digitaler Blick aufs neue Bremer Fernbusterminal. VISUALISIERUNG: knerer und Lang Architekten/ Atelier.Schmelzer.Weber
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Lichtdurchlässig mit bogenförmiger Konstruktion: Ein digitaler Blick aufs neue Bremer Fernbusterminal. VISUALISIERUNG: knerer und Lang Architekten/ Atelier.Schmelzer.Weber

Bremen bekommt ein neues Fernbusterminal. Mit einem gebäudeensemble aus Hotel, Parkhaus und Fernbusbahnhof. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2023 geplant.

Bremen – Weiter geht’s. Auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs, unweit von Hauptbahnhof, Übersee-Museum und Cinemaxx, hat am Dienstag der dritte Bauabschnitt für den Bau eines neuen Fernbusterminals begonnen. Mit einem symbolischen „Bagger-Stich“ sozusagen.

Auf den überwiegend als Autostellplätze genutzten Flächen des ehemaligen Fruchthofs zwischen Breitenweg, Bürgermeister-Smidt-Straße und der Eisenbahnlinie Bremen-Oldenburg entsteht ein „neuer Stadtraum“. Das Areal, das jahrzehntelang ein Dasein als Schmuddelecke mit ein paar alten Schuppen fristete, soll zu einer „Visitenkarte Bremens“ umgestaltet werden, sagte Bau- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne) – mit einem Gebäudeensemble aus Hotel, Parkhaus und Fernbusbahnhof. Das entsteht nach den Plänen des Architektenbüros Knerer und Lang aus Dresden.

Am 3. Juli 2020 wurde auf dem Gelände der erste Spatenstich gesetzt. Seither ist ebendort viel bewegt worden. Der Rohbau des Hotels ist fertig, das Gebäude ragt 42 Meter in die Höhe. Und auch das Parkhaus, konzipiert für 500 Stellplätze, ist bereits gut erkennbar. Hotel und Parkhaus baut die Bremer Buhlmann-Immobiliengruppe, die das gesamte Areal 2010 erworben hat. Den Busbahnhof baut die Stadt – für 15 Millionen Euro.

15 Millionen Euro Investitionskosten

Fernbusse gelten als „wichtiger Baustein der Verkehrswende“. In den Markt zu investieren, lohne sich, heißt es. Und außerdem wird in Bremen seit langem an einer Lösung für einen zentralen Fernbusbahnhof gebastelt. Derzeit fungieren Haltestellen am „verkehrsumtosten“ Breitenweg unter der Hochstraße und am Hugo-Schauinsland-Platz vor dem Cinemaxx-Kino als Omnibusbahnhof – wenig einladend sowie konflikt- und unfallträchtig.

Das neue Fernbusterminal soll elf breite und überdachte Bussteige auf einem Areal von etwa 4 500 Quadratmetern bieten. „Das schafft Potenzial“, sagte Chefplaner Gunnar Polzin aus dem Verkehrsressort, der derzeit auch kommissarischer Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr ist. Etwa 90 Abfahrten pro Tag sind am neuen Busbahnhof zunächst geplant. Benannt werden soll das Terminal nach der US-amerikanischen Bürgerrechtlerin Rosa Parks. Jene Afroamerikanerin wurde am 1.  Dezember 1955 in Montgomery in Alabama festgenommen, weil sie sich geweigert hatte, ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast zu räumen.

Startsignal für den dritten Baubschnitt des neuen Fernbusterminals: Ein Bagger greift zu.

Die Inbetriebnahme ist laut Polzin für Anfang 2023 geplant. Bis dahin werden außerdem eine neue Straßenbeleuchtung installiert, angrenzende Grundstücke ins Gesamtkonzept eingebunden (so erhält das Fruchthofgrundstück eine neue Ausfahrt) sowie die Fahrbahn der Bürgermeister-Smidt-Straße erweitert.

„Ein Signal für die Bahnhofsvorstadt“

Immobilienexperten wie Jens Lütjen, geschäftsführender Gesellschafter des Bremer Unternehmens Robert C. Spies, sehen in dem Projekt Fernbusterminal ein Signal, dass „man in die Bahnhofsvorstadt investieren kann“. Buhlmann-Immobilien steckt nach eigenen Angaben mehr als 30 Millionen Euro in das Projekt, das als Gebäudeensemble den Namen „High-Eleven“ trägt. Das Hotel nämlich verfügt über elf oberirdische Vollgeschosse. Die sieben Geschosse über dem Eingangsbereich sollen mit 378 Hotelbetten in 126 Zimmern bestückt werden. Die oberen drei Stockwerke sind für Büros reserviert. Alles in allem gibt es 1 440 Quadratmeter Büroflächen.

Betreiber des Hotels wird die Meininger-Gruppe, die am Fernbusterminal ihr erstes Haus in der Hansestadt eröffnet. Ihr erstes Haus hat die Gruppe übrigens 1999 eröffnet – an der Meininger Straße in Berlin. Mittlerweile gehört Meininger zum britischen Touristikkonzern Holidaybreak, betreibt mehr als 30  Low-Budget-Hotels in 20  Städten Europas und beschäftigt 750 Mitarbeiter.

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