Virenschutz aus dem 3D-Drucker

Bremer Mercedes-Werk spendet 1.200 Gesichtsschilde für den Krisenstab

Mercedes-Benz spendet Gesichtsschilde aus dem 3D-Drucker: Hartmut Eils (Mercedes, v.l.), Michael Frieß, Lutz Müller und Dr. Anna Hanke (Krisenstab). Foto: MERCEDES-BENZ

Bremen – Virenschutz aus dem 3D-Drucker: Das Mercedes-Benz-Produktionsnetzwerk nutzte die Arbeitsunterbrechung und setzte sein technologisches Fachwissen für die Herstellung von Gesichtsschilden ein. Der Bremer Standortleiter Michael Frieß übergab jetzt Polizeipräsident Lutz Müller, Leiter des Landeskrisenstabs in Bremen, 1 200 Gesichtsschilde aus Kunststoff.

Bei den Autobauern kommt der 3D-Druck für gewöhnlich im Prototypenbau und in der Kleinserienfertigung zum Einsatz. Jetzt produzierten die Drucker Trägerelemente für Gesichtsschilde. Was im Werk Sindelfingen begann, wurde in Bremen fortgeführt. Die Gesichtsschilde-Sets sind eine Spende des Unternehmens, wie eine Sprecherin betonte. Sie bilden eine physische Barriere und können so die Übertragung von Tröpfchen oder Speichel in den Gesichtsbereich des Trägers erschweren, hieß es weiter. Ebenso hinderten sie daran, sich mit den eigenen Händen unbewusst ins Gesicht zu fassen.

Frieß zeigte sich „sehr stolz darauf“, dass das Bremer Werk in Sebaldsbrück mit der Übergabe der Gesichtsschilde „einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Covid-19-Pandemie leisten kann“. Damit werde der Autobauer seiner gesellschaftlichen Verantwortung als größter privater Arbeitgeber in der Region Bremen gerecht, betonte er.

Gefertigt wurden die Masken im Werk Bremen, in Rastatt und Sindelfingen. Mercedes sammelt nach eigenen Angaben seit rund 30 Jahren Erfahrungen in der Erforschung und Anwendung der additiven Fertigung. Schon heute würden jährlich mit 3D-Druckmaschinen bis zu 150 000 Bauteile aus Kunststoff und Metall hergestellt.

Lutz Müller freute sich über die Unterstützung. „Die Beschaffung von Schutzausrüstung hat sich zwar inzwischen ein wenig erleichtert, trotzdem hilft uns auch diese Spende bei der Bewältigung der Pandemie weiter“, sagte der Leiter des Landeskrisenstabs.

Aktuell ist nach Unternehmensangaben rund ein Drittel aller Mitarbeiter im Mercedes-Werk Bremen wieder im Einsatz. Zum Schutz der Beschäftigten hat das Unternehmen Vorkehrungen getroffen und ein Maßnahmenpaket mit dem Betriebsrat vereinbart (wir berichteten). Dazu gehören Hygiene- und Reinigungsstandards sowie Regelungen zum Mindestabstand von 1,5 Metern und der Einsatz von Mund-Nasen-Masken in der Produktion.

Das Hochfahren des Autobaus wird den Angaben zufolge flexibel gestaltet, um auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Los ging es vor kurzem im Ein-Schicht-Betrieb. Dadurch will das Werk die Entzerrung des Betriebs und die Kontaktreduzierung sicherstellen. Die Kapazitäten der gesamten Produktpalette sollen nach und nach gesteigert werden, hieß es aus Sebaldsbrück.  gn

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