Viertägiger Rheumakongress mit 2500 Teilnehmern im Congress Centrum

Neue Ziele, neue Perspektive

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Prof. Dr. Jens Gert Kuipers untersucht die Hände eines Patienten.

Bremen - Von Ralf Sussek. „Wo steht die Rheumatologie hierzulande und was bedeutet das für die Patienten?“ Das ist das Thema eines großen Rheumakongresses, der an seinem vierten Tag, morgen, auch für Patienten offen ist.

Gleich drei Verbände organisieren die Veranstaltung im Congress Centrum gemeinsam: Die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) führt ihren 43. Kongress durch, die Deutsche Gesellschaft für Orthopädische Rheumatologie (DGORh) ihre 29., die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie ihre 25. Jahrestagung. Dementsprechend vielseitig sind die Themen für die rund 2500 Fachbesucher.

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen betreffen nach Angaben der Organisatoren bundesweit rund 1,5 Millionen Erwachsene. Hinzu kommen etwa 20000 Kinder und Jugendliche mit Gelenkrheuma. „Vor 25 Jahren war fast jedes zehnte Kind mit juveniler idiopathischer Athritis nach langer Krankheitsdauer auf einen Rollstuhl angewiesen wurde oder bettlägerig“, sagte Professor Dr. Hans-Iko Huppertz, Direktor der Professor-Hess-Kinderklinik, gestern in der Pressekonferenz. Und ein eingeschränktes und von Schmerzen geprägtes Dasein war die Lebensperspektive der jungen Patienten. Geheilt werden kann Rheuma laut Huppertz zwar nie, durch neue Medikamente („Biologika“) und eine frühzeitig nach Ausbruch der Krankheit einsetzende Therapie ergeben sich aber heute ganz neue Chancen auf ein schmerzfreies, nicht eingeschränktes Leben. Huppertz verwies auf zwei seiner jungen Patientinnen, die an schwerem Rheuma leiden. Die eine wurde nach der Behandlung Europameisterin im Hiphop, die andere Europameisterin im Segeln in ihrer Klasse.

Vor zehn Jahren war das primäre Ziel der Rheumatoiden-Arthritis-Therapie, Schmerzen zu lindern und das Fortschreiten der Gelenkentzündung zu bremsen. „Heute stecken wir unsere Ziele höher“, sagte Prof. Dr. Jens Gert Kuipers, Chefarzt der Klinik für internistische Rheumatologie am Rot-Kreuz-Krankenhaus (RKK). Seinen Angaben zufolge erreichten im Jahr 2013 mehr als doppelt soviele Patienten (34 Prozent) einen Stillstand der Rheumatoiden Arthritis wie 1997 (15 Prozent). „Die Remission (komplette Unterdrückung der Krankheitsaktivität, Anm. d. Red.) war vor 15 Jahren noch eine Vision“, sagte Kuipers. Heute können Ärzte bei beschwerdefreien Patienten in der Remission die Medikamentengabe reduzieren, bei zehn bis 20 Prozent sogar bis auf Null. Sollte sich die Erkrankung erneut zeigen, „kann die Therapie problemlos wieder aufgenommen werden“, so Kuipers.

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