Film-Projekt in Tenever

Vier Bremer Videos zeigen die „Poesie der Pandemie“

Die „Singenden Balkone“ in Osterholz-Tenever in früheren Zeiten. Dieses Mal mussten sie wegen Corona abgesagt werden. Als Ersatz gibt es nun vier Videos unter dem Titel „Poesie der Pandemie“.
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Die „Singenden Balkone“ in Osterholz-Tenever in früheren Zeiten. Dieses Mal mussten sie wegen Corona abgesagt werden. Als Ersatz gibt es nun vier Videos unter dem Titel „Poesie der Pandemie“.

Bremen – Eine „Poesie der Pandemie“, gibt es die? Ja, offenbar. Jedenfalls ist sie in Bremen gefunden worden. In Tenever. Seit 2015 schon gibt es dort die Aktion „Singende Balkone“; von Beginn an mit von der Partie: der Bremer Sänger und Komponist Mark Scheibe. Von farbig angestrahlten Hochhausbalkonen singen Menschen aus dem Quartier Lieder, die ihnen etwas bedeuten – das ist die Idee.

Ein Spektakel ist das. Und auch eine musikalische Feier der Nachbarschaft und des internationalen Miteinanders; Menschen aus etwa 70 verschiedenen Nationen leben hier zusammen. Ihnen buchstäblich eine Stimme zu geben, das ist das Ziel der Organisatoren. Auch im vorigen Jahr war das Freiluft-Event wieder geplant, dann aber musste es wegen der Corona-Beschränkungen abgesagt werden. Zuviel Auflauf, zuviel Spektakel.

Was also tun? Eine Alternative ersinnen. Das Ergebnis ist – eben – die „Poesie der Pandemie“. Vier Filme, jeweils ein paar Minuten lang. Und auch sie geben Bewohnern des Quartiers eine Stimme. „Dieses Mal ist ihre Bühne nicht der Balkon, sondern das Video. Aber Mark Scheibe und die Musik begleiten die Protagonisten auch jetzt“, sagt Daniela Klostermann.

Bremer Kinder und Senioren sind mit von der Partie

Klostermann leitet das Sozialmanagement der Wohnungsgesellschaft Gewoba – und sie ist für das „Singende-Balkone“-Projekt verantwortlich, gemeinsam mit ihrer Kollegin Annegret Philipp. Für Philipp ist Osterholz-Tenever „ein bunter Stadtteil mit sehr lebensbejahenden Menschen und mit viel Flexibilität und Kreativität“. Und weiter: „Von ihnen zu sehen und zu hören, wie sie mit der Pandemie umgehen, schenkt Freude, macht aber auch nachdenklich.“

Mal leise, mal leicht, mal nachdenklich – die vier Videos der kleinen Serie zeigen, wie Menschen in Osterholz-Tenever durch diese Zeit kommen, wie sie die Pandemie erleben. Es sind Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenssituationen: Chantal-Marie Cordes etwa, die 2020 gerade 18 Jahre alt geworden ist. Die Kinder der Kita „Weltenbummler“ sind dabei. Und Iryna Samartseva, Yasar Kocas und die vier Seniorinnen Gitti, Ursula, Herta und Hiltrud aus einem Haus der Bremer Heimstiftung.

Bremer „Corona-Queens“, Sehnsucht und Zuversicht

„Sie alle gewähren uns nicht nur einen Einblick in ihr Leben, sondern schenken uns auch Zuversicht“, sagt Mark Scheibe. „So kann man Irynas Sehnsucht nach ihrer Heimat und Yasars Wunsch nach Nähe schmerzlich mitfühlen, während die Stimme der Vernunft beides in dieser Zeit unmöglich macht.“

Die Gewoba zeigt die vier Videos auf ihrem Youtube-Kanal. Premiere: Sonnabend, 27. Februar, 18 Uhr – mit dem Film „Ausgebremst“. Am Sonntag, 28. Februar, folgt um 18 Uhr „Spielend durch die Krise“. Am Montag, 1. März, feiert um 18 Uhr das Video „Lockdown und Leidenschaft“ Premiere, bevor ab Dienstag, 2. März, die „Corona-Queens“ zu sehen sind (ebenfalls ab 18 Uhr).

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