Vielfalt und Utopien

Ausstellung „Sehnsucht Europa – Zusammenfinden“ im Hafenmuseum Bremen

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Oliver Behnecke (Verein „Quartier“) und Janine Claßen (Kulturhaus „Brodelpott“) an einem der Projekte mit dem Titel „Europa, was geht?!“

Bremen - Von Steffen Koller. Was ist Heimat, was Identität? Welche Ängste begleiten Menschen aus anderen Ländern der Welt, welche Veränderungen ergeben sich aus zunehmender Migration? Es sind diese Fragen und viele mehr, die nicht erst im Zusammenhang mit der europäischen Flüchtlingskrise diskutiert werden.

Die Ausstellung „Sehnsucht Europa – Zusammenfinden“ im Bremer Hafenmuseum widmet sich ebendiesen Themen. Sie ist bis Januar 2018 zu sehen. Schautafeln, persönliche Interviews, Fotografien, historische Dokumente, Erinnerungsgegenstände – an verschiedenen Objekten zeigt die Ausstellung, wie sich Museen und Kulturschaffende zusammen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft aus der Region mit Fragen rund um kulturelle Vielfalt beschäftigt haben. Eine Idee des Ganzen, das Zusammenleben noch positiver zu gestalten, entstand bereits vor als zwei Jahren, sagt Mitinitiator Michael Brandt von der Oldenburgischen Landschaft.

Innerhalb dieser Zeit kreierten die Teilnehmer unter anderem fotografische Collagen rund um kulinarische Veränderungen in ihrer Stadt. Außerdem sollte mit dem Projekt „eine Vernetzung zwischen Kultureinrichtungen und zugewanderten Menschen“ gefördert werden. Gleichzeitig gehe es um neue Denkanstöße und die Frage, wie Besucher des Projekts mit Aspekten des Zusammenlebens in einer vielfältigen Gesellschaft umgehen, sagte Brandt.

„Heimat hat man nicht, man erwirkt sie sich“

Von „einem Projekt von der Region für die Region“, sprach Anna Meincke, Geschäftsführerin der Metropolregion Nordwest. Das Projekt schaffe einen „wesentlichen Beitrag für fremde Menschen, sich und ihre Region kennenzulernen, ohne dabei eine bestimmte Kultur auf diktiert zu bekommen“. Thomas Frey aus dem Kulturressort zeigte sich froh darüber, dass es genau dieses Projekt am Ende geworden sei. Für ihn steht fest: „Heimat hat man nicht, man erwirkt sie sich“ – und dies geschehe unter anderem über künstlerischen Handeln.

Erste Station der Wanderausstellung ist noch bis Januar 2018 die erste Etage des Hafenmuseums im Speicher   XI in der Überseestadt. Über das nächste Jahr – und unter ständig verändertem Konzept – wird das Projekt dann unter anderem in Syke, Delmenhorst, Oldenburg und bis Ende September in Lohne zu sehen sein.

All diese Städte sind Orte, an denen die einzelnen Projekte auch ihren Ursprung hatten. In Bremen entstanden über die Zeit unter anderem Tanz- und Theaterprojekte, Fotografien und biografische Interviews, an denen beispielsweise das Kulturzentrum Schlachthof, der Kulturladen Huchting, Kulturhaus „Brodelpott“ (Walle) und die Bremer Shakespeare-Company teilgenommen haben.

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