Weserburg lädt Nachwuchs ein

Mitmachausstellung im Kek-Kindermuseum lädt zur Reise in die Welt der Objekte

Im Kek werden die Ausstellungsbesucher zur Skulptur, sofern sie das wollen. - Foto: Hoppens
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Im Kek werden die Ausstellungsbesucher zur Skulptur, sofern sie das wollen.

Bremen - Von Jörg Esser. Minions aus Holz, schwere Bronzefiguren, eine sich ständig verändernde Tonlandschaft, dazu ein virtueller „David“ und eine Riesenstrickliesel – das Angebot ist überaus vielfältig. Mit der Mitmachausstellung „Skulptour“, die Sonntag eröffnet wird, will das Kek-Kindermuseum in der Weserburg den „Facettenreichtum der zeitgenössischen Kunst erfahrbar machen“, sagt Silke Rosenthal, Gründerin des Kek. Das gelingt – spielerisch und durchaus anspruchsvoll.

Mit der Mitmachausstellung feiert der Trägerverein des Kindermuseums die seit zehn Jahren bestehende Kooperation mit dem Museum für moderne Kunst in der Weserburg auf dem Teerhof. „Skulptour“ ist die Neuauflage einer bereits 2014 gezeigten Ausstellung. Die aktuelle Präsentation trägt den Untertitel „Eine neue Reise in die Welt der Figuren, Objekte und Installationen“.

Die kleinen und die großen Besucher werden jedenfalls dazu eingeladen, unterschiedliche Materialien und Techniken zur Herstellung von Skulpturen und Plastiken kennenzulernen und auszuprobieren. In einer Holzwerkstatt dürfen Bilder und „Minions“-Figuren gehauen, in der Tonwerkstatt Figuren kreiert werden. Schließlich besteht die Möglichkeit, aus verbogenen Gabeln und diversen Küchenutensilien Skulpturen zu gestalten und mit eingangs erwähnter Riesenstrickliesel an einer Softskulptur zu arbeiten und eine Marmorskulptur mit Hammer und Meißel zu bearbeiten. So weit, so greifbar.

Doch der Begriff der Skulptur habe sich in den 60er-Jahren vielfältig erweitert, betonen Rosenthal und ihre Kollegin und Mitgründerin des Kek, Eva Vonrüti Möller. Neue Strömungen werden in der Ausstellung aufgegriffen und am Beispiel der mobilen Objektkunst, der Licht- und Alltagsskulptur sowie der Denkplastik erfahrbar gemacht. 

In der Holzwerkstatt der Mitmachausstellung „Skulptour“ dürfen die Besucher „Minions“ fertigen.

Der Betrachter sei immer Teil der räumlichen Kunst. „Unser Körper stellt sich in Beziehung zu der Objektkunst“, sagen die Kek-Macherinnen. Und weiter: „Wir greifen die Rolle des Betrachters auf und bieten die Möglichkeit, selber zur Skulptur zu werden oder auf sie mit dem eigenen Körper zu reagieren.“ Phantasie ist gefragt. Und Reflexion. Der österreichische Künstler Erwin Wurm kommt ins Spiel. 

Mit „One Minute Sculptures“, die die der Idee folgen, eine bestimmte Position einzunehmen und 60 Sekunden lang zu halten. So wird, vereinfacht ausgedrückt, der Körper zum künsterischen Medium und dann auch zur womöglich sinnfreien und absurden Skulptur. Insgesamt gibt es in der Ausstellung drei Bühnen, auf denen der Besucher im Handumdrehen zur Skulptur werden kann – unter anderem auf einem überdimensionalen Schachbrett.

Es geht auch abstrakt. Laut Altmeister Joseph Beuys kann selbst der Gedanke eine Skulptur sein. Auch das lässt sich spielerisch nachempfinden. Bleibt als absolute Neuheit die „unsichtbare Skulptur“. Der „David“ aus Florenz wird zur virtuellen Ausstellungsfigur in der Weserburg – mit Handy, aber ohne Steinschleuder. Alles ist möglich.

Die Mitmachausstellung des Kek auf dem Teerhof kann sonnabends und sonntags jeweils von 11 bis 18 Uhr besucht werden. Zur Eröffnung am Sonntag ist der Eintritt von 12 bis 15 Uhr frei. Sonst kostet er fünf Euro pro Person. Schulklassen und andere Gruppen haben die Möglichkeiten, sich für Führungen anzumelden (unter Telefon 0177/ 6435489). Diese sind montags bis freitags jeweils in der Zeit von 9 bis 18 Uhr möglich.

Die Mitmachausstellung „Skulptour“ läuft bis zum 3.  Februar 2019.

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