Vielfältig, bunt und friedlich

Fünf Tage „Breminale“: Veranstalter zieht positive Bilanz

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220 000 Besucher machten in den vergangenen fünf Tagen den Osterdeich bei bestem Sommerwetter zum farbenfrohen Anblick. Neben den Bands zogen auch die kulinarischen Angebote und viele Mitmachaktionen für Familien Gäste in die Hansestadt.

Bremen - Von Ulla Heyne. Bewährtes und Neues, Soziales, Politisches, Wissenschaftliches – auch am Sonntag zum Abschluss zeigt die „Breminale“ Vielfalt. Kulinariker kommen beim Bummel über den gesperrten Osterdeich über Rind in Schokosauce oder Cannelloni in Bärlauch-Kürbiskruste ins Schwärmen, während nebenan bei der Rollerdisco die 80er zum Leben erweckt werden und Tänzer bei latein-amerikanischen Rhythmen ins Schwitzen geraten.

Daneben werben die Pfadfinder mit Stockbrot und Freundschaftsbändern, gleich nebenan will das Aktionsbündnis „Bremen im Wandel“ zum Nachdenken über Wachstum anregen. Einige Meter weiter verkaufen die „Sozialen Manufakturen“ in der Jugendvollzugsanstalt gefertigte Grills und „Stadtgärtnerbeete“. Die großen Kisten, recycelte Europaletten, werden sonst nur im Internetportal angeboten. Michel Scheer, Geschäftsführer der „Gemüsewerft“: „Wir wollen nicht nur putzig arbeiten, sondern einen echten Geldkreislauf schaffen.“

Ein positives Fazit der „Breminale“ auch beim Thema Sicherheit zogen Polizei und Veranstalter. Es blieb zumeist friedlich.

Umlagert sind auch das leuchtend rote „Scott-Zelt“, die begehbare Antarktiskarte und der Wohncontainer für „Überwinterer“, mit denen Margret Grobe und ihre Mitstreiter vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) den Besuchern die Expeditionen ins ewige Eis nahebringen, und zwar hautnah, sind doch alle Standbetreuer bereits selbst mit dem Forschungsschiff „Polarstern“ unterwegs gewesen. „Sind Eisbären neugierig?“, will Jana-Sophie Wenderlein aus Kassel (8) auf dem Rückweg vom Familienurlaub in Bremerhaven wissen. Sie staunt über den „Eisbärenschießkurs“, der für Expeditionsteilnehmer Pflicht ist. „In den vergangenen 30 Jahren haben wir ihn nie gebraucht“, beruhigt Grobe.

220.000 Besucher - rekordverdächtig

Die erste Frage später bei der Live-Schaltung in die Forschungsstation wird dem Wetter gelten – auf dem Osterdeich lässt es seit Tagen keine Wünsche offen. Vielleicht auch damit ist die rekordverdächtige Zahl von 220.000 Besuchern zu erklären. Doch nicht nur das stimmt Susanne von Essen vom Veranstalter „Sternkultur“ froh, sondern auch das Thema Sicherheit. Denn nach einigen sexuellen Übergriffen im Vorjahr sind bis Sonntagnachmittag keine Vorfälle bekannt geworden. Die Polizei meldet keine Straftaten, die über das bei größeren Menschenansammlungen übliche Maß hinausgehen. Der Funk, mit dem die Bierzelte als Anlaufstation für Hilfesuchende ausgerüstet sind, muss bis dahin nicht zum Einsatz kommen.

Von Essen lobt nicht nur das Zusammenspiel der Beteiligten („Polizei, DRK und unser 65-köpfiges Team haben gut zusammengearbeitet“), sondern auch das Publikum, das gezeigt habe, dass es, gerade mit Blick auf die Vorfälle in Hamburg beim G20-Gipfel, auch anders gehe: „Wir sind begeistert, das war ein freundliches Miteinander!“

Dennoch sei der Aufwand beim Thema Sicherheit gestiegen: „Das Fest ist so groß geworden, dass unsere Sicherheitsmaßnahmen entsprechend steigen.“ Das äußere sich unter anderem auch in einer besseren Beleuchtung: „Wir vermeiden dunkle Ecken.“

Breminale 2017: Der Abschluss auf dem Osterdeich

„Breminale“: Buntes Treiben am Osterdeich

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Breminale-Start: Bummeln und feiern am Deich

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