Doppelter Humorgehalt

„Dinner for one“ feiert Premiere auf dem Theaterschiff

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Klaus (Thomas Ziesch, links) und Elvira (Lisa Julie Rauen) lassen „Dinner for one“ schmerzhaft werden. Der Regisseur (Georg von Holdt) ist entsetzt.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein Vorsprechen. Ein Regisseur, dargestellt von Georg von Holdt, sucht verzweifelt Darsteller für die Rollen von Miss Sofie und Butler James aus dem Sketch „Dinner for one“.

Seine Auswahl beschränkt sich auf die Komiker Elvira (Lisa Julie Rauen) und Klaus (Thomas Ziesch), beide getrieben von gehörigen Profilneurosen und als ehemaliges Pärchen allzeit damit beschäftigt, sich üble Gemeinheiten um die Ohren zu hauen. Das ist die Ausgangslage in „Dinner for one – wie alles begann“ von Volker Heymann, das bei seiner Premiere am Donnerstagabend auf dem Theaterschiff das Publikum von Beginn an zum Lachen brachte.

Klaus macht aus seiner Meinung keinen Hehl: „Dinner for One“ sei 54 Jahre lang missverstanden worden: „Eine alte Frau, nicht mehr Herr ihrer Sinne, schikaniert ihren Diener.“ Ein entsetzliches Bild liefere auch das Tigerfell. Die Gefahr für den Menschen liege darnieder. „Ist das nicht auch ein Bild für unser verlorengegangenes Unrechtsbewusstsein?“, fragt Klaus. Der geduldige Regisseur ist sprachlos. Immerhin waren Klaus' letzte Rollen in „Supermarkt-Lehrfilmen“ wie „Wenn der Penny mit dem Euro“.

Von der einen zur anderen Rolle

Erste Versuche zur Rollenfindung folgen. Elvira schlüpft in die Rolle der Miss Sophie, während Klaus die vier abwesenden Männer erschließen muss, in die der Butler James schlüpft. Der Regisseur charakterisiert Admiral von Schneider als Kriegsveteran, verletzt durch einen Granatsplitter und mit tiefen Furchen im Gesicht. Improvisation ist gefragt. Das Duo reichert diese mit viel Konfliktstoff an.

Klaus kommt zur Hausherrin „geritten“: „Darf ich Sie in mein Haus einladen und Ihnen meine Säbelsammlung zeigen?“ Das kommt bei Miss Sophie alias Elvira nicht an: „Herr von Schneider, ich erwarte von einem Edelmann, dass er sich an die Etikette hält.“ Edelmann Schneider ist verdutzt: „Sie haben eine schlechte Meinung von mir.“ Die Antwort ist wenig schmeichelhaft und klingt schnippisch: „Ja, Sie sehen so vernarbt aus.“ Admiral von Schneider alias Klaus rettet die Szene mit gnadenlosem Pathos: „Das sind Furchen, vom Schicksal reingeschnitten“.

Der Sketch kommt später

Nicht friedlicher ist die Arbeit an Mr. Pommeroy. Elvira hat sofort ein Rollenkonzept: „Er hat schon mit Miss Sofie im Sandkasten gespielt. Sie hat ihm mal die Schippe geklaut. Als er es gepetzt hat, hat sie ihm den Arm umgedreht.“ Das wird gespielt und endet mit einer Körperverletzung.

Der zweite Teil des Stücks zeigt die Aufführung des Sketches. Die ist dicht am Original, aber erweitert um kleine Gemeinheiten des Schauspielpärchens und gewinnt so einen doppelten Reichtum an Humor.

Das Stück (Regie: Knut Schakinis) ist zunächst bis Januar auf dem Theaterschiff an der Tiefer zu sehen. Tickets für 28 Euro gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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