Bremen präsentiert Visionen und Projekte auf der Immobilienmesse in München

Viel Grün, wenig Autos

Das Projekt „Überseeinsel“: Im ersten Schritt werden das ehemalige Silo sowie das Reislager revitalisiert. In den Silotürmen entsteht ein Hotel mit rund 120 Zimmern. Auf dem Dach der Türme ist Gastronomie geplant. Foto: DELUGAN MEISSL ASSOCIATED ARCHITECTS

Bremen – Die „Überseeinsel“ ist eines der Top-Themen, mit denen das Bundesland Bremen auf der großen Immobilienfachmesse „Expo Real“ vom 7. bis 9. Oktober in München vertreten ist. Bremen stellt auf der Messe eine Auswahl an Bauprojekten vor und wirbt um weitere Investitionen.

Die sind auch dringend notwendig, denn das Land verliert massiv Einwohner ans Umland, insbesondere Gutverdiener und Familien. Ihnen fehlt an der Weser schlicht das Angebot. Mehr als 9 000 Menschen verließen 2018 das kleine Bundesland und zogen in die Region, zum Beispiel nach Stuhr, Weyhe und Achim. 6 300 Menschen aus dem Umland zog es nach Bremen – macht einen Verlust von 2 700 Einwohnern.

Die neue rot-grün-rote Regierung setzt nun auf Projekte, die Ökologie, Ökonomie und Soziales in Einklang bringen sollen. Eines davon ist die „Überseeinsel“. Das Quartier in der Überseestadt soll Wohnen, Gewerbe, Kultur, Freizeit und Bildung verbinden. Ob das die Abwanderung stoppen kann, wird die Zeit zeigen. Die Vision: ein Ort mit viel Grün, wenig Autoverkehr und weitgehend CO2-neutraler Energieversorgung, wie eine Sprecherin der Wirtschaftsförderung (WFB) berichtet. Die WFB organisiert den Auftritt. Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke) und Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne) reisen dazu per Flugzeug nach München.

Die „Überseeinsel“ umfasst 41 Hektar. Knapp 800 Bremer brachten ihre Ideen für das Stadtquartier ein. Der erste Bauabschnitt erfolgt ab 2021 auf dem 15 Hektar großen Areal, auf dem Kellogg früher täglich 500 Tonnen Mais zu Frühstücksflocken verarbeitete. Einer der ersten Mieter hat sich bereits angesiedelt: die Gemüsewerft, ein inklusives Urban-Gardening-Projekt. Auf dem Areal sollen 1 200 Wohneinheiten, ein Schulcampus und ein Hotel entstehen. Geplant ist zudem Gewerbe – von der Brauerei bis zum Bio-Supermarkt.

Eine weitere Premiere stellt die Kooperation mit der Stadt Achim dar. Erstmals entwickelt Bremen gemeinsam mit der niedersächsischen Nachbargemeinde ein Gewerbegebiet. Ab 2020 soll am Bremer Kreuz auf 90 Hektar Fläche das Gewerbegebiet Achim-West entstehen. Erschließungskosten und Verkaufserlöse für die Grundstücke werden ebenso wie spätere Steuereinnahmen geteilt. Bis zum Jahr 2036 wollen beide Kommunen rund 140 Millionen Euro in die Entwicklung investieren. „Dabei handelt es sich um eine Investition über Ländergrenzen hinweg, die sich auszahlen und zahlreiche Arbeitsplätze in der Region schaffen wird“, vermutet Wirtschaftssenatorin Vogt. Ein Gutachten prognostiziert für das Gewerbegebiet 3 800 bis 6 200 Arbeitsplätze für das Jahr 2040, sagt die WFB.

Ein weiteres Projekt ist das geplante Gewerbegebiet „Lune Delta“ in Bremerhaven, das neben dem größten Naturschutzgebiet des Landes Bremen entsteht. Die Versorgung des Gewerbegebiets soll laut WFB zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erfolgen.

Auf der Immobilienmesse „Expo“ Real sind 29 Unternehmen aus dem Land Bremen und der angrenzenden Stadt Achim auf einem 200 Quadratmeter großen Stand vertreten.  gn

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