Fall von „Tiersammelsucht“ in Vegesack

Veterinäramt befreit 95 Katzen

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Eine „Katzensammlung“ entdeckten Veterinäramt und Polizei bei einem Ehepaar in Vegesack.

Bremen - „Animal Hoarding“ ist auf dem Weg, ein Massenphänomen zu werden. Die krankhafte „Tiersammelsucht“ belastet die Vetrinärämter. Eine Umfrage listet deutschlandweit über 500 Fälle mit mehr als 50 000 Tieren auf.

Tendenz: steigend. Auch in Bremen häufen sich die Fälle. Jetzt wurde das Tierheim nach eigenen Angaben wieder mit einem besonders großen Fall von „Animal Hoarding“ konfrontiert. 95   Katzen wurden aus einer privaten Haltung eines Ehepaares in Vegesack geholt und ins „Dorf der Tiere“ auf dem Fin dorffer Tierheimareal gebracht.

Der Vorsitzende des Bremer Tierschutzvereins, Wolfgang Apel, spricht von einem „Großeinsatz“ und einer „besonderen Kraftanstrengung“ für sein Team. Das Tierheim beherberge bereits 311 Katzen. „Und die Straßentiger aus dem Tierschutzfall müssen erst einmal in der Quarantäne bleiben“, sagt Apel. Ein weiteres Problem: Nur vereinzelte Kater der „Sammlung“ sind kastriert. „Wir müssen demnächst bei den weiblichen Katzen auch noch mit Nachwuchs rechnen.“

Apel lobt die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt, das über die „Katzensammlung“ informiert worden war und die Befreiungsaktion einleitete, und der Bremer Polizei. Nur so sei es gelungen, die Tiere schnell „aus der fürchterlichen Haltung zu befreien“. Die Besitzer zeigten sich „völlig uneinsichtig“.

Die Aktion lief den Angaben zufolge in zwei Etappen. Zunächst wurden 40 Katzen aus der Wohnung geholt, später noch einmal 55. Die Tierhalter jedoch wollten die Samtpfoten, die in einem kleinen Raum gelebt haben, nicht herausgeben. Die Polizei musste eingreifen. „Nur wenn alle schnell und unbürokratisch entscheiden, kann den Tieren schnell geholfen werden“, sagt Apel.

Auch den Tierhaltern müsse geholfen werden, sagt der Vorsitzende des Tierschutzvereins. „Sie haben in der Regel psychologische Probleme.“

Allen Katzen geht es den Angaben zufolge gut. Sie werden tierärztlich untersucht, geimpft und medizinisch versorgt. Die Vierbeiner bleiben zunächst im Tierheim. · je

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