Vertrag unterzeichnet: Malaysische Genting-Gruppe steigt bei Lloyd-Werft ein

Milliardenschwere Zukunft

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Die Lloyd-Werft – aus der Luft gesehen. Der malaysische Genting-Konzern steigt bei den Bremerhavenern ein. Entsprechende Verträge wurden gestern in Bremen unterzeichnet.

Bremen - Von Jörg Esser. Der Deal ist perfekt: Die Bremerhavener Lloyd-Werft startet durch – mit dem malaysischen Genting-Konzern als Aktionär im Boot und einem Großauftrag für die Endausrüstung von fünf Kreuzfahrtschiffen für den asiatischen Markt in der Tasche. Das Volumen wurde auf einige Milliarden Euro taxiert. Entsprechende Verträge wurden gestern im Bremer Rathaus unterzeichnet.

Es war ein Großaufgebot beim Pressestermin im Rathaus – mit Genting-Vorstandschef Tan Sri Lim Kok Thay, dem bisherigen Hauptgesellschafter der Lloyd-Werft, Dieter Petram, und Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) als Hauptdarsteller. Auch Bremerhavens Oberbürgermeister Melf Grantz (SPD) und Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) waren dabei.

Details aus dem Vertrag wurden den Journalisten nicht verraten. Der Vertrag biete neue Perspektiven für die Werft und für eine Branche, die in schwerem Fahrwasser ist, sagte Sieling. „Das ist ein sehr, sehr guter Moment für Bremen und Bremerhaven.“ Ein großes Investitionsvolumen werde in den nächsten Jahren nach Bremerhaven gelenkt. Sieling erwartet gute Arbeitsplatzperspektiven und neue Chancen am Markt. „Das ist ein richtiger Schritt voran.“

Tan Sri Lim Kok Thay sieht für die Lloyd-Werft „eine große Zukunft“. Werft-Geschäftsführer Rüdiger Pallentin sprach von einem „historischen Moment“. Er sagte: „Wir schlagen ein neues Kapitel auf.“

Soll heißen: Die BLG Logistics Group und die Familie Ehlerding scheiden als Gesellschafter aus. Sie hielten zuletzt knapp 50 Prozent der Anteile. Genting steigt ein. Petram bleibt im Spiel. Und wer hält zukünftig welche Anteile? Petram: „Das ist so geregelt, dass wir gut miteinander arbeiten können.“ Was haben die Asiaten für den Deal springen lassen? Petram: „Käufer und Verkäufer sind zufrieden.“ Erst anschließend hieß es in einer Mitteilung: Die Genting Group übernimmt für 17,5 Millionen Euro 50Prozent der Geschäftsanteile an der Besitzgesellschaft sowie 70Prozent an der operativen Gesellschaft.

Bremen will laut Senator Günthner 30 Millionen Euro in den Ausbau und in die Kajensanierung investieren. In einem zweiten Schritt sollen weitere 15Millionen Euro hinzukommen. Auftraggeber für die fünf Luxusliner – drei Kreuzfahrtschiffe und zwei Flusskreuzfahrtschiffe – ist die US-Reederei Crystal Cruises, ein Genting-Tochterunternehmen. Die Schiffe werde speziell für den asiatischen Markt und fürs asiatische Publikum designt, hieß es. Wo die Rohbauten entstehen, steht noch nicht fest: „Das wird in den nächsten Wochen entschieden.“ Auf der Werft in Bremerhaven jedenfalls werden laut Pallentin in den nächsten Jahren „einige hundert neue Arbeitsplätze“ entstehen. Derzeit zählt die Werft rund 400 Beschäftigte, darunter 50 Azubis.

Der 1965 gegründete Genting-Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben weltweit 60000 Mitarbeiter und betreibt Urlaubsressorts in mehreren Ländern. Zum Konzern gehört neben Crystal Cruises auch die Kreuzfahrt-Marke Star Cruises. Zudem hält der Konzern 28Prozent der Anteile an der Norwegian Cruise Line und besitzt diverse Beteiligungen in den Branchen Energie, Immobilien und Biotechnologie.

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