„Killing Popes“: Schlagzeuger stellt Band vor

Versuchsfeld für Ideen und Stile

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Keine Angst vor Farben: Oliver Steidle, Schlagzeuger aus der Berliner Jazz-Szene.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Der Berliner Schlagzeuger Oliver Steidle stellt seine neue Gruppe „Killing Popes“ in Bremen vor – mit einem Konzert natürlich, und zwar mit einem Konzert im Sendesaal an der Bürgermeister-Spitta-Allee. Termin: Mittwoch, 10. Mai, 20 Uhr. Eintritt: 25 Euro, ermäßigt 15 Euro.

Die „Killing Popes“ sind international besetzt – neben Steidle gehören Kit Downes (England, Keyboards), der Bassist Dan Peter Sundland (Norwegen) und der Wahl-Berliner Frank Möbus (Gitarre) dazu.

Für Oliver Steidle ist die neue Band ein „Versuchsfeld für die Entwicklung neuer rhythmischer Ideen und die Möglichkeit, Musikstile miteinander zu verweben, die ihn in seiner Jugend geprägt haben: Hiphop, Punk, Grindcore“, heißt es im Sendesaal. „Musikstile, die zudem einen stark gesellschaftskritischen Charakter besitzen – wie der Jazz in seinen besten Jahren.“ Kritiker preisen die „Killing Popes“ bereits – Beispiel: „Kaum eine andere Band versteht es, durch Komposition und Improvisation derart starke Höreindrücke zu kreieren.“

Bass-Blick in die Musikgeschichte

Noch weiter, noch tiefer in die Musikgeschichte greift das „Sheridan Ensemble“, ebenfalls aus Berlin. Und ebenfalls im Sendesaal – am Sonntag, 7. Mai, um 20 Uhr. Das Ensemble um die Cellistin Anna Carewe präsentiert dort dann das Programm „Chacona, Lamento, Walking Blues“. Darin verfolgen die Musiker „die Metamorphose einer Basslinie über 500 Jahre Musikgeschichte“, wie es in einer Vorschau heißt.

Basis und Inspiration war ein Artikel des Musikkritikers Alex Ross, der für den „New Yorker“ schreibt. Und der sich fragte: „Wie würde es klingen, wenn eine Zeitmaschine spanische Musiker des späten 16. Jahrhunderts, eine von Bach angeführte Continuo-Gruppe, Duke Ellingtons Band aus dem Jahre 1940 und John Paul Jones von der legendären Rockgruppe ,Led Zeppelin‘ zusammenbringen würde?“ In seinem Artikel „Chacona, Lamento, Walking Blues” beschreibt Ross, wie der Chaconne- und Lamento-Bass sich gleichsam wie ein roter Faden durch mehrere Jahrhunderte Musikhistorie zieht – von seinen vermeintlichen Ursprüngen in den spanischen Kolonien der Neuen Welt im 16. Jahrhundert bis hin zu Blues, Jazz und Rock.

„Das ,Sheridan Ensemble‘ nimmt den Artikel als Inspiration, schmeißt Musik aus verschiedensten Epochen und Genres in einen virtuellen Schmelztiegel und braut ein fesselndes Musikerlebnis zusammen, welches das Publikum auf atemberaubende Art und Weise zeigt, dass gute Musik – egal, aus welcher Zeit und welchem Genre – durchaus auf der Konzertbühne zueinander passt“, so eine Sprecherin des Sendesaals.

Zu hören ist auf dieser Reise unter anderem Musik von Claudio Monteverdi, John Dowland und Henry Purcell, von den „Eurythmics“, „Radiohead“ und Miles Davis, von Sting und den „Eagles“. Eintritt: 25 Euro, ermäßigt 15 Euro.

Anna Carewe hat das „Sheridan Ensemble“ im Jahr 2007 gegründet – und nach einem Schriftsteller benannt. Nach dem irischen Schriftsteller, politischen Satiriker und Politiker Richard Brinsley Sheridan (1751 bis 1816) nämlich, dessen freimütige Äußerungen zu Menschenrechten und sozialen Themen ihn fast das Leben gekostet haben. Für sein erstes Album hatte das „Sheridan Ensemble“ unbekannte Streichquartette von Carl Czerny (1791 bis 1857) eingespielt – Teile der CD sind im Sendesaal produziert worden. Mit seinem Instrumentarium, das Barock und Klassik, Jazz und Rock kombiniert, gilt das Ensemble als einzigartig. Die Mitglieder des „Sheridan Ensembles“ sind Konzertmeister verschiedener Kammerorchester.

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