„Bauen für Bremen – Architektur in der Hansestadt“: Das frühere US-Konsulat

Versprechen einer neuen Zeit

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Das frühere US-Konsulat ist heute Sitz der BLG Logistics Group. ·

Bremen - Von Thomas KuzajKlare Linien und eine geradezu programmatisch zur Schau gestellte Transparenz – das Gebäude des früheren US-Generalkonsulats am Präsident-Kennedy-Platz gilt als erstes und zugleich „herausragendes Beispiel des ‚International Style‘ der Nachkriegsmoderne in Bremen“, wie auf einer Tafel an der Fassade zu lesen ist.

In dieser Architektur lag das Versprechen einer neuen Zeit. 1952/53 baute das amerikanische Architekturbüro Skidmore, Owings and Merrill (SOM) das in die Wallanlagen und die Nachbarschaft traditioneller bremischer Kaufmannshäuser an der Contrescarpe eingebettete Bürogebäude. Als deutscher Architekt war Otto Apel (1906 bis 1966) beteiligt. Zuvor ist das US-Konsulat ganz in der Nähe untergebracht gewesen, im Haus des Reichs.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war Bremen amerikanische Enklave in der britischen Zone geworden. Bereits im Kriegsjahr 1944 hatten die späteren Besatzungsmächte das vereinbart, „um den USA im britischen Besatzungsgebiet eigene Häfen zur Versorgung ihrer in Süddeutschland stationierten Truppen zu sichern“, heißt es in einem Papier der Senatskanzlei, in dem es um die Geschichte der bremischen Selbstständigkeit geht. Aus der amerikanischen Enklave ging das Bundesland Bremen hervor.

Die Amerikaner wirkten in Bremen und Bremerhaven ja in vielen Bereichen prägend. Und sie brachten auch ihre Architektur mit.

Louis Skidmore und Nathaniel Owings hatten ihr Büro 1936 gegründet, John Merrill kam 1939 hinzu. Zu den bekanntesten Bauwerken des Büros, für das etliche renommierte Architekten arbeiteten und arbeiten, zählen „Lever House“ in New York (1952), der für Aristoteles Onassis errichtete „Olympic Tower“ in New York (1976) und der „Burj Khalifa“ in Dubai (2010), das höchste Gebäude der Welt. Keine Wolkenkratzer sind die US-Konsulatsbauten von Skidmore, Owings and Merrill in Deutschland. Wie ein Bruder des Bremer Gebäudes wirkt etwa das ehemalige US-Konsulat an der Cecilienallee 5 in Düsseldorf (1953). Ein mit Platten aus römischem Travertin verkleideter Stahlskelettbau, klare Gliederungen und Strukturen – alles genau so puristisch wie in Bremen, und dabei auch elegant. Weitere Konsulatsgebäude von Skidmore, Owings and Merrill (und Otto Apel) entstanden in Frankfurt und Stuttgart.

Zurück nach Bremen. „In der streng rechtwinkligen Komposition aus zwei Trakten ist ein an der straßenabgewandten Seite gelegener eingeschossiger Flügel, der die Nebenräume aufnimmt, so unter den ebenerdig freigehaltenen Hauptkörper geschoben, dass sich im Bereich der Überschneidung beider Körper das Foyer mit dem Treppenhaus unprätentiös einfügt“, heißt es erklärend im Internet-Architekturführer des Bremer Zentrums für Baukultur (BZB), das sich der Nachkriegsarchitektur verschrieben hat. Das frühere Konsulat steht seit 1994 unter Denkmalschutz. Auch für die Denkmalpfleger ist das ehemalige Konsulat ein Meilenstein in der Bremer Architekturgeschichte

Ein Meilenstein, den die Amerikaner in den 80er Jahren aufgaben und der Mitte der 90er Jahre behutsam saniert wurde. Das Bauwerk ist nun Sitz der BLG Logistics Group. Das Büro Skidmore, Owings and Merrill war in Bremen noch an anderer Stelle aktiv – in Horn entstand 1953 eine zweizeilige moderne Wohnanlage für die Konsulatsbeamten.

http://www.som.com

http://www.architekturführer-bremen.de

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