„Verschwunden“: Das Gebäude des Focke-Museums an der Großenstraße

Die bremischen Altertümer

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Das Focke-Museum samt Garten an der Großenstraße, aufgenommen um 1925.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Das Focke-Museum gehört zu Schwachhausen, keine Frage. Aber das ist nicht immer schon so gewesen. In früheren Zeiten lag das Haus deutlich zentraler. Wo das Museum einst zu finden war, das ist heute Thema unserer Serie „Verschwunden“.

Am Rand der Altstadt, an der Schnittstelle von Faulenquartier, Eisenbahnstrecke und Überseestadt, da liegt noch heute der Focke-Garten – ein kleiner Park mit Sonnenuhr, der seinen Namen nicht zufällig trägt.

Denn eben hier stand früher einmal das Focke-Museum, das seinen Namen vom Senats-Syndicus und – eben – Museumsgründer Johann Focke (1848 bis 1922) hat, dem Vater des Hubschrauber-Erfinders Henrich Focke (1890 bis 1979). Adresse: Großenstraße.

Focke senior sammelte Bremensien und Exponate zu Bremens Geschichte. Ab 1881 plante er, diese Sammlung öffentlich zugänglich zu machen. Es dauerte aber noch ein paar Jahre, bis es soweit war. Bis 1900, um genau zu sein. Da eröffnete Focke in Kreuzgang und Refektorium des früheren Katharinenklosters sein „Historisches Museum für bremische Altertümer“, wie es anfangs noch hieß.

1905 zog das Museum in einen Domanbau um, 1913 dann in die Großenstraße, in das Gebäude eines ehemaligen Altenheims. Dorthin eben, wo noch heute der Focke-Garten an die Museumszeiten erinnert. Zu Fockes 70. Geburtstag wurde das Haus 1918 in „Focke-Museum für bremische Altertümer“ umbenannt. Heute übrigens heißt es in voller Schönheit „Focke-Museum – Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte“.

In den 20er Jahren legten die Bremer das „Focke-Museum für bremische Altertümer“ und das Gewerbemuseum von 1884 zusammen. Direktor Ernst Grohne (1888 bis 1957) organisierte die Eingliederung des Gewerbemuseums und gestaltete das Museum bis 1927 neu. Ein Rundgang durch die Geschichte Bremens gehörte auch damals schon zum Konzept.

Im Zweiten Weltkrieg wurden die Museumsbestände größtenteils ausgelagert. Das Haus war bereits im Oktober 1939 geschlossen worden. Bomben zerstörten das Gebäude an der Großenstraße schließlich. Und damit endete das Kapitel „Focke-Museum“ an dieser Stelle.

Das Museum zog nach dem Krieg ins Haus Riensberg – nach Schwachhausen also. Es gab Überlegungen, in die Innenstadt zurückzukehren, etwa auf den Teerhof. Doch daraus wurde nichts. 1964 wurde auf dem Schwachhauser Areal dann das neue Hauptgebäude errichtet, das 1998 saniert und mit einer Dauerausstellung zu 1200 Jahren bremischer Geschichte wiedereröffnet wurde.

www.focke-museum.de

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