Das Wilde und das Poetische

33. Samba-Karneval feiert Bremens Raumfahrtjahr

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Auf in die Welt der Planeten! Janine Jaeggi, künstlerische Leiterin des Bremer Samba-Karnevals, arbeitet im Atelier an Kostümen, die zum Motto „Verschollen im Weltall“ passen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Wir sind noch nicht fertig mit den Kostümen“, sagt Janine Jaeggi, künstlerische Leiterin des Bremer Samba-Karnevals. Aber es ist ja auch noch etwas Zeit. Die 33. Ausgabe des Spektakels steht am Freitag und Sonnabend, 2. und 3. Februar, unter dem Motto „Verschollen im Weltall“ – und passt damit ins Bremer Raumfahrtjahr „Sternstunden 2018“.

40 000 Besucher werden zu Deutschlands größtem Samba- und Maskenkarneval erwartet. Trommeln und Tanz, Maskenspiel und Stelzenlauf, Poesie und Spektakel – die einmalige Mischung ist weit über Bremens Grenzen hinaus bekannt.

Im Weltall auch? Nun, das wird sich zeigen. Mehr als 1 600 Aktive jedenfalls werden erwartet, sagen die Organisatoren. 90 Sambagruppen sind mit von der Partie. Ein Drittel von ihnen kommt aus Bremen und Umgebung. Der Rest stammt aus ganz Deutschland sowie aus Holland, Dänemark, Polen und Großbritannien.

Sie tragen die Fahrtkosten selbst und treten ohne Gage auf, das betonen Jaeggi und ihre Kollegen aus dem Organisationsteam – Martin Sasse (Bühnenprogramm), Wolfgang Günther (Büro), Julia Himmelreich (Organisation). „Wir sind darauf angewiesen, dass die Gruppen aus Lust nach Bremen kommen.“

„Vegesack ruft die Geister“ heißt es am 27. Januar

Neben der Freude am Spektakulären mag die Besinnung auf klassische Karnevalstraditionen dazu beitragen. Nach alter Sitte gilt es, die dunklen Geister der dunklen Jahreszeit tüchtig zu verscheuchen. Jaeggi: „Das Helle vertreibt das Dunkle, setzt Energie und Lebendigkeit dagegen.“ Damit kann man nie früh genug anfangen. Und so beginnt es schon im Vorfeld – in Bremen-Nord. „Vegesack ruft die Geister“ heißt es am Sonnabend, 27. Januar, um 17 Uhr – bei einem Umzug, der vom Bürgerhaus Vegesack zum Kulturbahnhof führt.

Das eigentliche Karnevalswochenende beginnt dann am Freitag, 2. Februar, um 16 Uhr mit dem „Karneval der Kids“ im Bürgerhaus Weserterrassen (Osterdeich). In der Zeit von 18 bis 20 Uhr folgt das „Lichtertreiben“ im Milchquartier – in den kleinen Straßen rund ums Paulskloster (Ostertor). „Wir wollen das Laute, Farbige, Wilde“, sagt Jaeggi. Und dazu den anderen Akzent, den das „Lichtertreiben“ setze: „Das Zarte und Poetische.“

Alles „umsonst und draußen“

Der Freitag endet mit dem traditionellen „Einheizen“ – ab 19.30 Uhr im Lagerhaus Schildstraße (Ostertor) und ein paar Schritte weiter in der „Lila Eule“ (Eintritt: zwölf Euro, ermäßigt zehn Euro).

Am Sonnabend, 3. Februar, folgt das zentrale Spektakel – die große Inszenierung auf dem Marktplatz, die um 12 Uhr beginnt – wenn die Glockenschläge des Doms verklungen sind. Anschließend folgt der Karnevalsumzug ins Ostertor, wo es bis 17.30 Uhr Konzerte auf vier Bühnen gibt. Alles „umsonst und draußen“, wie es immer so schön heißt. Eintritt kostet der abschließende „Ball im All“ – der Maskenball im Schlachthof (Findorffstraße, Bürgerweide; Karten für 19 Euro, ermäßigt 16 Euro).

Für die Inszenierung auf dem Marktplatz ist einmal mehr Katrin Witte verantwortlich. Zu sehen gibt es einen „Ritt durchs Weltall“, sagt sie. „Die Mondsüchtigen werden losgeschickt, um all das im Universum zu suchen, was in unserem Leben verschwindet – Socken und Brillen ebenso wie soziale Gerechtigkeit und Wahlkampfversprechen der Politiker.“ Alles „verschollen im Weltall“? Nun, die Suchenden finden unter anderem den Planeten des „Kleinen Prinzen“.

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