Ein verregneter Sommer

Durchwachsene Bilanz für den Kajenmarkt an der Bremer Schlachte

Peter Pfister von „Tee Minka“ ist mit der Kajenmarktsaison zufrieden – trotz des verregneten Sommers: „Ich sehe das hier als Akquise.“ Sein Geschäft habe an Bekanntheit gewonnen. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Nach einem verregneten Sonnabend ist der Abschluss-Sonntag auf dem Kajenmarkt schön. Das zieht viele Besucher an. Die Stimmung ist entspannt. Doch das rettet die Saison nicht. Das Schmuddelwetter hat den Kajenmarkt an der Schlachte hart getroffen.

„Sowas habe ich seit zehn Jahren nicht mehr erlebt. Das Wetter war fast immer schlecht. Es gab nur zwei Termine, an denen das Wetter gut war“, sagt Marktmeister Thomas Ledwig vom Veranstalter, dem Bremer Großmarkt.

Bis Mai habe man gutes Wetter gehabt, Anfang Juni war dann aber damit Schluss. „An einigen Wochenenden hätte man bereits Glühwein ausschenken können“, sagt Ledwig. „Das spiegelt sich in der Stimmung. Bei Regen und Sturm wird der Markt nicht voll.“

Die Bremer seien schlechtes Wetter gewöhnt. Sie kämen trotzdem, aber eben nicht in dem Maße wie bei gutem Wetter. Besucherzahlen seien allerdings nicht erhoben worden. Hier und da habe das Musikprogramm etwas geholfen. „Richard K. wurde sehr gelobt. Da kam trotz schlechtem Wetters ein gutes Feeling auf“, sagt Ledwig. Die Öffnungszeit von 11 bis 18 Uhr habe sich aber unabhängig vom Wetter bewährt und werde beibehalten.

„Das Wetter hat sich schon bemerkbar gemacht“

Etwas weniger dramatisch sieht Ulrike Lübke die diesjährige Saison. Sie betreibt mit ihrem Mann Andreas Lampe den Wagen „Koch-Kunst“, erstmalig auf dem Kajenmarkt vertreten. „Die Saison war halt nass. Wenn Veranstaltungen waren, haben wir Glück gehabt. Der ,Christopher-Street-Day‘ war sehr gut“, sagt Lübke. Sie und ihr Mann werden nächstes Jahr wieder auf den Kajenmarkt kommen.

Der Geschmack der Besucher sei so gewesen, wie die beiden es erwartet haben. „Das argentinische Hüftsteak im Sandwich kam gut an und auch das marinierte Spanferkel mit Krautsalat auf Brötchen“, sagt Lübke. Am Sonnabend habe man Grünkohl angeboten. Auch der sei hervorragend angekommen.

Erstmalig auf dem Kajenmarkt war in dieser Saison auch „Tee Minka“. Der Inhaber Peter Pfister sagt sogar, er sei zufrieden mit der Saison. „Das Wetter hat sich schon bemerkbar gemacht, aber ich sehe das hier als Akquise. Ich muss unter Leuten sein“, sagt er. „Tee Minka“ habe an Bekanntheit gewonnen.

Der Bremer verkauft überwiegend asiatische Tees. Sehr gut gegangen seien der Grüntee „Morgenzauber“ und der schwarze Tee „Dublin Cream“. „Ich komme nächstes Jahr wieder – und zwar größer. Ich will dann auch Sitzgelegenheiten anbieten“, sagt Pfister.

Andere Händler geben pessimistische Einschätzungen ab. Ein Schmuckhändler spricht von einer „durchwachsenen Saison mit Tendenz nach unten“. Auf die Frage, ob er wiederkommen will, antwortet er: „Schauen wir mal.“

Auch die Inhaberin der „Klingelmanufaktur“ mit einem Angebot an bunt verzierten Klingeln sagt: „Das war eine ganz schlechte Saison. Durch das Wetter kam es zu etwa 30 Prozent Einbußen.“ Sie ist das dritte Mal hier. Ob sie wiederkommt, will sie überdenken. Wie bei allen Märkten müsse sich das auch vor dem Hintergrund der Standgebühren rechnen.

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