„Friedrich Karl“ soll verkauft werden

Hulsberg-Viertel: Vermarktungsphase beginnt

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Eines von knapp 40 Bestandsgebäuden auf dem Klinikareal. Viele davon werden voraussichtlich abgerissen. 

Bremen - Von Jörg Esser. Weiter geht’s im „Neuen Hulsberg-Viertel“. Jetzt werden auf dem durch den Klinik-Teilersatzneubau freiwerdenden 14-Hektar-Areal am Klinikum Mitte zwei weitere Grundstücke verkauft – das Baufeld „Friedrich Karl“ ist für Baugemeinschaften reserviert. Das Eckgrundstück „Sorgenfrei 1“ geht in den freien Verkauf.

Die geplante Entwicklung des neuen Quartiers in attraktiver Innenstadtlage bleibt eine spannende Herausforderung. Und eine große Aufgabe für die nächsten Jahre. „Wir haben noch einiges auf der Agenda“, sagt Chefplaner Florian Kommer, Geschäftsführer der Hulsberg-Grundstücksentwicklungsgesellschaft (GEG). Schließlich sollen auf dem Klinikareal bis zu 1100   Wohneinheiten entstehen. Etwa 30 Baufelder werden zum Verkauf ausgeschrieben. Die genauen Größen seien noch nicht festgelegt. Womöglich werden hier Baufelder zusammengefasst, dort Grundstücke gesplittet, sagt Kommer.

Derzeit stehen noch knapp 40 Gebäude auf dem opulenten Grundstück zwischen Friedrich-Karl-Straße, St.-Jürgen-Straße und Am Schwarzen Meer. Drei davon stehen unter Denkmalschutz, darunter die Augenklinik. Weitere sollen womöglich erhalten werden – das neungeschossige „Bettenhaus“ könnte dazu zählen. Andere werden abgerissen – so die Frauenklinik, ein Bau aus den 80er Jahren, und die Bunker auf dem Klinikareal.

Noch ist alles Zukunftsmusik. Doch die Zukunft rückt näher. „Es geht jetzt von der Planungsphase in die Vermarktungsphase“, sagt Kommer. Das Gros der Flächen soll 2018 und 2019 veräußert werden, der Rest dann 2020 und womöglich noch 2021. Wenn der Umzug des Klinikums in den Neubau, wie derzeit geplant, Ende 2018 über die Bühne geht, dann können wenig später auch die ersten Abbrucharbeiten beginnen. Parallel sollen neue Versorgungsleitungen gebaut werden, neue Verkehrsflächen entstehen. „Matching“ ist angesagt, sagt Kommer. Soll heißen: Die „Freizugsbewegung“ der Klinik soll mit der Grundstücksentwicklung in Einklang gebracht werden.

Infoveranstaltung für Baugemeinschaften

Zurück in die Gegenwart: Zunächst steht eine Infoveranstaltung für Baugemeinschaften, die am Erwerb des Baufelds „Friedrich Karl“ interessiert sind, auf dem Programm. „Das ist eine Nagelprobe“, sagt Kommer. „Wir wollen sehen, ob es funktioniert.“ Schließlich sollen 20  Prozent der 1100 Wohneinheiten im Hulsberg-Quartier an Baugemeinschaften vergeben werden. 30 Prozent sind für den geförderten Wohnungsbau reserviert.

Zurück an die Friedrich-Karl-Straße. Auf dem betreffenden Areal stehen derzeit noch eine Kita und ein Bunker. Beide Gebäude sollen weichen. Für das Areal ist ein Verkehrswertgutachten erstellt worden – das weist einen Grundstückswert von 2,6  Millionen  Euro aus. Der errechnet sich aus einem Bodenwertanteil an realisierbarer Wohnfläche. Und da wird mit einem Quadratmeterpreis von 800 Euro kalkuliert. Entstehen sollen 25 bis 30  Wohneinheiten. Vier Vollgeschosse, ein Staffelgeschoss. Folgt Bremen Beispielen unter anderem aus Tübingen, dann wird der Verkehrswert zum Festpreis und die Baugemeinschaft mit dem besten Konzept und den besten Ideen erhält den Zuschlag.

Kommer und die GEG drücken aufs Tempo. Und das Bauressort zieht mit. Noch im Sommer soll der Bebauungsplan für das Hulsberg-Viertel in die Deputation gehen. Dann wird aus Planungsrecht Satzungsrecht. Neben „Friedrich Karl“ soll das kleine Baufeld „Sorgenfrei 1“ mit einem Bestandsgebäude in den Verkauf gehen. Die Verkäufe seien „weitere Türöffner“, sagt Kommer. Mitte Dezember 2016 wurde der erste Verkauf vermeldet – eine von der Residenz-Gruppe des Bremer Unternehmers Rolf Specht und dem Papenburger Bauunternehmen Johann Bunte eigens gegründete Gesellschaft „Ärztehaus Klinikum St.-Jürgen-Straße“ sicherte sich ein knapp 1900  Quadratmeter großes Grundstück direkt an der St.-Jürgen-Straße, auf dem ein Ärztehaus mit fünf Geschossen gebaut werden soll.

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