Gericht: Versuchter Mord nicht nachweisbar / Bewährungsstrafe

Verletzte Familienehre

Bremen - Von Nina SeegersWegen versuchten Mordes mussten sich seit Anfang Februar zwei türkische Brüder im Alter von 55 und 53 Jahren vor dem Landgericht Bremen verantworten. Da sich der Anklagevorwurf im Laufe der Verhandlung jedoch nicht bestätigte, wurden sie gestern lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Freiheitsstrafe von anderthalb Jahren und einem Jahr auf Bewährung verurteilt.

Den Brüdern war vorgeworfen worden, aus verletzter Familienehre im Oktober 2006 versucht zu haben, ihre jüngere Schwester zu ermorden, da diese nach einer gescheiterten Ehe einen neuen Freund hatte. Nach den umfassenden Aussagen der Angeklagten und diversen Zeugen konnte das den beiden Männern aber nicht nachgewiesen werden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass beide Männer am Tattag in der Wohnung ihrer Schwester waren. Dort kam es zu einem Streit, der eskalierte. Der 53-jährige Angeklagte holte ein Messer aus der Küche und ging damit auf seine Schwester los. Er habe seine Schwester aber nicht töten, sondern ihr nur Angst einjagen wollen, beteuerte der Angeklagte. Der Sohn der damals 34-jährigen Frau ging schließlich dazwischen und verhinderte, dass seine Mutter schwere Verletzungen davontrug.

Anders als zunächst angenommen, habe der 53-Jährige kein Messer von Anfang an bei sich geführt, weshalb ein Tötungsvorsatz nicht nachgewiesen werden konnte. Aus diesem Grund plädierte der Staatsanwalt gestern auf gefährliche Körperverletzung in Tateinheit mit Bedrohung und beantragte Freiheitsstrafen von jeweils 15 und elf Monaten auf Bewährung. Die Verteidiger forderten Bewährungssstrafen von sechs und unter sechs Monaten.

Der Vorsitzende Richter erklärte nach der Urteilsverkündung, die Kammer habe sich lange beraten und sei zu dem Entschluss gekommen, dass ein Tötungsvorsatz durchaus nicht fern gelegen habe. Dem Angeklagten sei aber hoch anzurechnen, dass er seine Tat nicht vollendet habe. Außerdem hätten sich die Angeklagten schon kurz nach der Tat bei ihrer Schwester und deren Partner entschuldigt, und alle Beteiligten hätten sich wieder versöhnt.

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